Als ich die Beschreibung gelesen habe: 10 Tage zelten im Mai, in einem Tal bei Koblenz ohne Handyempfang, habe ich mich wirklich gefragt, was genau wir machen werden und wie gut ich mit der Situation klarkommen werde. Obwohl ich ein Campingmuffel und leider auch eine Frostbeule bin (wurde mir bei dem Seminar besonders deutlich), haben mir diese 10 Tage so unglaublich gut gefallen.
Das beschauliche Nitztal
Der Weg ist das Ziel würde man wohl zu unserer Fahrt sagen. Acht Stunden Fahrt und ganz viele Staus und Pannen haben unser Frauenauto schon viele Nerven gekostet. Final musste unsere liebe Fahrerin Christl auch noch mit den Serpentinen kämpfen, bevor wir endlich das abgeschiedene Tal umgeben von unberührter Natur erreichten.
Die ersten Tage haben sich dann alle gefragt, was wir in den langen zehn Tagen machen sollten. Doch diese Frage haben unsere Teamer Johannes, Rebecca und Luzy ganz schnell geklärt. Uns erwartete ein straffes und spannendes Programm. Es ging um Themen, wie Abschied, Vorurteile, aber auch unser Projekt und Armut.
 |
| Kreativ dem eigenem Leben auf der Spur |
Und schon am Freitag ging es mit dem ersten Programmpunkt los: Dem eigenen Leben auf der Spur. Auf kreative und künstlerische Weise hatten wir einen Vormittag Zeit in uns zu gehen und unser bisheriges Leben zu reflektieren. Ich muss sagen, dass ich darin voll und ganz aufgegangen bin. Im zweiten Teil des Tages haben wir unsere Bilder in Kleingruppen vorgestellt. Tränenreich aber auch spannend und interessant könnte man diesen Nachmittag beschreiben, der uns hildesheimer Mädels noch einmal zusammengeschweißt hat. Der Tag war super intensiv und ich hatte das Gefühl mir ist eine große Last vom Herzen gefallen, da wir teilweise auch über unsere Ängste und Probleme geredet haben.
 |
| Yves und Sinah beim Theater |
Besonders spannend war auch der Sonntag, denn mit dem erfahrenen Referenten Bernd haben unsere Teamer ins Schwarze getroffen. Mit seiner eigenwilligen Malmethode(man würde es vielleicht „gekrickel“ nennen) und seiner ganz speziellen Art vorzutragen hat er uns einen echt guten Vortrag geliefert. Aus seinen Erfahrungen aus Brasilien und dem Freiwilligendienst war uns er einen wirklich kompetente Hilfe. Dabei hat er uns auch den Wind aus dem „Wir machen die Welt besser“-Segeln genommen und uns auf den Boden geholt. Mal sehen, ob ich mich in meinem Jahr an seine Beispiele und Tipps erinnern werde.
 |
| Wahre Kunstwerke |
Was mir aber besonders gefallen hat, waren zwei Tage „Interkulturelle Kommunikation“ mit Marcel Schneider. Ehrlich dieser Mann hat nicht nur mich echt umgehauen. Am Anfang kommt er in unsere Zelt in Anzug und will uns sein Buch verkaufen. Danach erzählt er uns verschiedene Dinge aus der Kommunikationsanalyse und behart immer auf zwei Sätze:
„Du musst dich selbst am Besten kennen, um den anderen zu verstehen.“
„ Wenn man jemand anders schlecht bewertet, sagt das mehr über dich aus, als über den anderen.“
 |
| Marcel |
 |
| Derdianer |
Bei mir hat es bis zum Mittag gebraucht bis sprichwörtlich der Groschen gefallen ist, doch ab da war der Vortrag, der sich mit den Ursachen für Vorurteile, der P und U-Mentalität und dem Kulturschock befasste ein wahrer Genuss. Marcel hat es wirklich verstanden uns zu überraschen und alle Teilnehmer haben seinen Vortrag genossen. Besonders das Spiel sich als „Derdianer“ und somit als Ureinwohner auszugeben war lustig und lehrreich. Ich bin mir sicher, an ihn und seinen Vortrag werden wir uns immer erinnern.
 |
| Derdianer |
Letzter Projekttag: Thema Abschied. Das wohl wichtigste und zeitnahste Thema stand an. In unseren Kleingruppen ging es noch einmal um Ängste, Probleme und unser Projekt in Bolivien. In gewohnt kreativer Weise wurde ein letztes Mal gewohnt gemalt, gezeichnet und ausprobiert. Im Anschluss haben wir noch einmal „Balsam für´s Herz“ verteilt, wie Rebecca so nett umschrieben hat. Manchmal tut es halt auch gut, sich gegenseitig Komplimente zu machen und den anderen zu bestärken.
 |
| Anne |
 |
| Das Lagerfeuer, ein Muss für jeden Abend |
Nach 10 Tagen war dann auch irgendwann ein Ende erreicht. Ich muss gestehen, ich habe mich super schnell an das natürliche Klima gewöhnt, auch wenn ich Frostbeule im Haus geschlafen habe. Die Tage waren so lehrreich und ich habe gemerkt, da hat sich etwas getan in mir. Ich habe über so viel nachgedacht und fühle mich gut vorbereitet. An das Volute-Team größten Dank. Besser hätte die Auswahl an Rednern und Themen nicht sein können. Was für eine Entspannung 10 Tage ohne Handy, Fernseher und Radio sein können?! Zugleich sind mir aber auch die anderen Teilnehmer ans Herz gewachsen. So viele würde ich gern mit nach Bolivien nehmen, um sie dort zu besuchen und wiedersehen zu können. Es war eine klasse Zeit mit super Leuten, die mir sehr große Hoffnung macht, dass Bolivien ein einmaliges und besonders interessantes Erlebnis wird.
 |
| TEAM |
Oh mann, ich wäre doch zu gerne dabei gewesen. Meine VBs finden ja beide in einer Jugendherberger statt, da bockt sich doch so ein Zeltlager richtig - vor allem wenn man die Natur so mag, wie ich =) Naja ja aber ich hoffe mal bei wird es auch so super wie dein Camp. Ich starte in wenigen Stunden...Osnabrück ich komme!
AntwortenLöschenDas Spiel Derdianen ist wirklich ne cool Sache...hab es schon so einige Male mit meinen kleinen AFS-Schützlingen gemacht. I love it - it's too funny =)
Dankeschön Mo:) Ich wünsche dir ganz viel Spaß in Osnabrück- Mono loco :D
AntwortenLöschen