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Donnerstag, 25. Dezember 2014

Immer der Nase nach... Aroma des Kaffees

Die Kirche in Salento
Der Dezember war ein vielfaeltiger Reisemonat! Zunaechst bin ich mit zwei Freundinnen in die Kaffeezone und ins sogenannte 'Eje Cafetero' (Kaffeedreieck ist damit gemeint) gefahren. Die Fahrt war etwas anstrengend hat sich aber sehr gelohnt, denn wir haben in dem kleinen Dorf Salento echt viel erleben koennen und uns sehr wohl gefuehlt. Bekannt ist dieser Abschnitt des Landes natuerlich wegen des Kaffees, aber auch wegen einer vielfaeltigen Landschaft und vielen schoenen Kaffee-Finkas.




Der Reiz der Kaffee-Kultur

Kaffeepflanzen
Die Departamentos von Caldas, Quindío und Risaralda bilden das sog. Kaffeekultur-Landschaft, das deshalb so bezeichnet wird, weil in diesem Gebiet von Kolumbien der beste Kaffee der Welt gedeiht.
Das Ergebnis des bescheidenen, fleißigen und temperamentvollen Charakters der Paisa-Maultiertreiber, die sich die Großzügigkeit der bergigen Landschaft zu Nutzen machten, ist ein Familienbund von Männern und Frauen, die die Kaffee-Kultur ins Leben gerufen haben, die sich heutzutage auf die drei Departamentos erstreckt.
Im Kaffeekultur-Landschaftwird der beste Kaffee der Welt angebaut.
Kaffeekultur-Landschaft ist eine wirtschaftlich blühende und großzügige Region, die die Besucher mit dem Aroma ihrer Kaffee-Plantagen und dem Zauber ihrer Landschaften verführt.
Am Kaffee-Sammeln
Beeindruckende Pfade, engagierte Arbeiter und ein endlos wirkender, grüner Horizont sind die Vorzüge dieses Fleckchens Erde, in der die Natur verzaubert und die Menschen besonders gastfreundlich sind.

Die Region gilt als das erste Reiseziel für Urlaub auf dem Land in Lateinamerika, dank ihrer für Tourismuszwecke hergerichteten, traditionellen Landgüter und Villen, in denen man ein einzigartiges und wunderbares Erlebnis geboten bekommt.
Auf den Wegen und Pfaden durch das Kaffeekultur-Landschaft trifft man auf wunderschöne Häuser, thematische Parks, Golfanlagen, ausgedehnte Kaffee-Anbaugebiete, einmalige, mit riesigen Wachspalmen gesprenkelte Landschaften, in denen man Extremsport ausüben und ökologische Wanderungen unternehmen kann.
Um den Geheimnissen der Kaffee-Kultur auf die Spur zu kommen, muss man die Region durchwandern, die Vielfalt der verschiedenen Klimazonen, die wunderschönen Landschaften kennen lernen und das faszinierende und fleißige Landvolk entdecken.
Aus der Frucht kommt dann die Bohne
Kaffeemuehle, die die Bohnen von der Frucht trennt, bevor sie spaeter geroestet werden

Ein Geschenk der Erde

Den Anbau- und Herstellungsprozess des kolumbianischen Kaffees kennen zu lernen ist ein faszinierendes Erlebnis.
Beim Durchqueren der Plantagen kann man dem Gesang der Kaffeepflücker lauschen. Er entwächst der satten Erde, um zur Stimme der Berglandschaft zu werden.
Diese Melodien erinnern an die Arbeit und das Engagement, die in einer Tasse Kaffee stecken. Fleißige und unermüdliche Hände, die die besten Früchte aussuchen, um sie in eins der beliebtesten Getränke der Welt zu verwandeln.
Inmitten von sanften, mit Kaffeeplantagen bedeckten Hügeln, verbirgt sich ein Paradies von unvermutetem Genuss.
Mit Hingabe und Liebe wird die Erde bestellt und aus ihr sprießen die Samen, die nach einigen Monaten zu den Chapolas heranwachsen, den zwei ersten und einzigen runden Blättern der Kaffeepflanze.
Und so entsteht eine Geschichte, die bereits zur Tradition in diesem Stück Erde voller Aroma und Geschmack geworden ist. Ein ehrenwertes Geschäft, das die Leidenschaft für den Kaffee und für die Kultur Kolumbiens verkörpert.(http://www.colombia.travel/de/internationaler-tourist/reisefuhrer-ziele/kaffezone-kolumbien-reisen, Stand 25.12.2014)

Das Endprodukt

 

Valle de Cocora



Wenn man Salento besucht, wird man sich auch das Valle de Cocora anschauen wollen. Das Valle de Cocora bietet eine der interessantesten Landschaften in Kolumbien. Auf grünen Wiesen wachsen hier die bis zu 60m hohen und somit größten Palmen der Welt, bei klarer Sicht kann man die schneebedeckten Gipfel einiger Vulkane sehen.Wir sind zusammen mit einer Gruppe Argentinier und einem ortskundigen Guide losgestiefelt. Dabei ging es zunaechst flach in den Wald bei praller Sonne.
Mit jedem Meter den es weiter nach oben geht verwandelt sich die Umgebung immer mehr in einen dicht bewachsene Dschungel mit großen Bäumen, allerlei Schmetterlingen und Vögeln. Über insgesamt 5 wackelige Hängebrücken, die ihre besten Zeiten, längst hinter sich haben kreuzten wir mehrmalss einen kleinen Fluss. Man kann diesen Abschnitt auch auf dem Pferd bewaeltigen, aber wir haben uns fuers laufen entschlossen und hatten dabei sehr viel Spass, da Esteban uns noch einiges zu den Baeumen und Pflanzen erklaeren konnte.
Nussknacken


Das grosse Highlight der teilweise anstrengenden Tour ist der letzte Abschnitt, wo die Palmen umgeben von einer einzigartigen Landschaft zu bewundern sind. Leider hatten wir etwas Pech mit dem Wetter und haben das Schauspiel nicht bei strahlender Sonne bewundern koennen, aber der Nebel hat dem ganzen auch ein interessantes Feeling verliehen.




Die Gruppe
Mit dem Trip in das Palmental habe ich mir einen meiner Kolumbien Vorsaetze erfuellt und kann nur sagen, dass es sich sehr gelohnt hat. Es war ein wirklich schoener Ausflug und die Palmen sind echt beeindruckend!

Pereira



Nach Salento bin ich in die naechste Stadt im Kaffeedreieck: Pereira. Dort habe ich einen Freund aus Goettingen besucht und habe mich 3 Tage mit der Kleinstadt vertraut gemacht. Wir haben dabei Pereira kennengelernt und haben noch einen kleinen Ausflug in ein kleines Doerfchen gemacht.

Mit Felix



Salsa Calenjo Tanzen :)
Am 8.Dezember ist in Kolumbien traditionel "noche de velitas", also die Nacht der Kerzen und Lichter. Die ganze Stadt ist dekoriert. Auf den Plazas werden kleiner Laternen aufgestellt. Dazu gibt es an jeder Ecke Kaffee, Aromaticas und Kleinigkeiten zu kaufen. Alle Menschen sind im Zentrum anzutreffen, weil neben den schoenen Lichtern auch Bands spielen und es ein gewisses Spektakel ist. Eines der Dinge, die ich sehr weihnachtlich fand und genossen habe.




Freitag, 19. Dezember 2014

Aus und Vorbei an der Javeriana

Illumination der Javeriana

So schnell gehen 4,5 Monate Universitaet in Kolumbien an der Javeriana vorbei. Ich war besonders am Ende echt etwas gestresst, denn in jedem Fach standen die Abschlussklausuren an. Aber ich kann auch ein sehr positives Fazit ueber dieses Austauschsemester ziehen, in dem ich die Moeglichkeit hatte eine anderes akademische System kennenzulernen, dass in mancher Hinsicht viele Vorteile bietet. Andererseits muss ich auch sagen, dass ich die Freiheit des Studiums an einer deutschen Hochschule jetzt noch mehr zu schaetzen weiss, denn oft hat sich das Studium an der Javeriana auch ein wenig wie "Schule" angefuehlt.
Viele meiner Companjeros werden mir aber sehr fehlen, auch wenn ich dafuer nun ganz viele Einladungen nach Mexiko habe. Mal schauen, welche Gesichter man noch einmal begegnen wird.

Abschiedsfeier

Ausflug nach Villa de Leyva und Boyaca:

 

Im November war ich auch noch in Boyaca, einem Departamente angrenzend an Cundinamarca. Villa de Leyva ist ein kleines Dorf, dass von den Spaniern konstruiert wurde und somit als touristische Muss gilt.




"Wäre da nicht das frische Klima, könnte man sich bei der Ankunft in Villa de Leyva in Andalusien wähnen. Der Eindruck ist sehr ähnlich. Weiße Fassaden, große Fenster und Türen aus Holz, schöne, maurisch beeinflusste Balkons, setzen die Akzente der spanischen Tradition.
Villa de Leyva wurde 1572 gegründet und nach den spanischen Architektur-Normen gebaut. Z.B. ein Tal, als der gleiche Standort für eine Stadt, ist wohl eine emotionale Begegnung zwischen der neuen Welt und den Orten in Spanien. Zwar hat die lange Geschichte der Mittelmeerstädte den Eroberern dabei geholfen, den Hauptplatz und das Straßennetz zu beeinflussen, das Herz dieser Stadt aber gehört zweifelsohne seinem Departamento von Boyacá. Darauf beruht die Anmut und der Charakter von Villa de Leyva.
Die steinbepflasterten Gassen geben dem Ort den magischen Hauch einer Welt, die voller Geschichten und Legenden steckt.
Der riesige Hauptplatz ist 14.000 m² groß. In der Zeit der Wiedereroberung wurden hier mehrere Schafotte aufgestellt, um die Freiheitskämpfer zu enthaupten. Heutzutage wird der Platz für Festivals und Wettkämpfe genutzt: Das Drachenfestival im August, dem Monat der Winde, Ausstellung von Motorrädern der großen Hubklasse, das Zwiebelfestival im Oktober, Das Lichterfest im Dezember, bis hin zum astronomischen Festival, dank der strategisch günstigen Lage Villa de Leyvas.
In Villa de Leyva anzukommen, sich Mütze, Handschuhe und die ruana de lana (typischer Wollponcho) überzuziehen und eine heiße Schokolade mit einem Stück Käse in einem der Cafés am Hauptplatz zu genießen, ist wie ein Schritt zurück in die Vergangenheit, wenn man durch die mit steinbepflasterten Gassen schlendert, die herrlichen Innenhöfe der Häuser aus dieser Epoche bewundert, oder einfach einen Augenblick stehen bleibt, um tief durchzuatmen und dabei in die dahinter liegende Bergkette zu schauen, an deren Fuß sich die Hauptkirche des Ortes versteckt. Dieses Dorf, mit seinem authentischen Kolonialstil, ist ein unvergesslicher Eindruck und die Rückkehr zu den Wurzeln, wo sich Religion, Architektur und grüne Landschaft mit der Leidenschaft des Departamento von Boyacá vermischen."(http://www.colombia.travel/de/internationaler-tourist/reisefuhrer-ziele/reisetipps-der-woche-in-kolumbien/villa-de-leyva, Stand 19.12.2014)


Ich fand es ehrlicherweise nicht so spannend und habe es vielmehr genossen in einem kleinen Dorf ausserhalb von Villa de Leyva zu naechtigen. Wir haben auch noch einen Ausflug in andere Doerfer gemacht, die sehr viel zu bieten hatten und echt schoen waren. Unter anderem auch in Raquira:



"Zu den Hauptaktivitäten der präkolumbischen Dörfer gehörte das Töpferhandwerk. In Töpfen, Krügen und Gefäßen wurde Wasser, Mais und Salz aufbewahrt und in ihnen wurde die Chicha (alkoholisches Getränk auf Maisbasis) fermentiert und Speisen zubereitet.Seit damals waren Gefäße aus Ton und Lehm nicht nur Nutzgegenstände der Völker, die sie herstellten, sondern bekamen auch einen gewissen magischen Wert, da Keramik als Zusammenspiel der vier Elemente des Universums Wasser, Luft, Tonerde und Feuer galt und heutzutage immer noch gilt.


Die aufs Töpferhandwerk spezialisierte, kolumbianische Gemeinde ist Ráquira, ein Dorf im Departamento von Boyacá.
Als die spanischen Eroberer 1537 nach Ráquira kamen, was in der Chibcha-Sprache Stadt der Töpfe bedeutete, und von der Vielfalt an Gegenständen aus Keramik, die von den Ureinwohnern mit außerordentlicher Fingerfertigkeit erstellt wurden, beeindruckt waren, gaben sie dem Ort den Namen Töpferdorf.
Heutzutage ist in Ráquira jeder Quadratmeter mit Keramikgegenständen gefüllt, die in traditioneller Art von Expertenhänden aus Bergen von Ton geformt werden: Töpfe, Krüge, Sparschweine und jegliche Art von Gebrauchsgegenständen."(http://www.colombia.travel/de/internationaler-tourist/reisen-aktivitaten/geschichte-und-tradition/kunsthandwerk/kolumbianisches-toepferhandwerk/toepferwaren-aus-raquira, Stand 19.12.14)

Ein Laden in Raquira

Dienstag, 9. Dezember 2014

Tu cuerpo es un instrumento, muevelo como si te da la gana!

(Dein Koerper ist ein Istrument, bewege ihn so, dass es dir Spass macht)
Mit der Tanzgruppe und den Musikern
Ich habe es wieder getan! Naemlich mich in das Folklore Leben gestuerzt und sehr gute Erfahrungen gemacht. Seit Anfang des Semester bin ich in der Folklore Gruppe der Javeriana und uebe fleissig die vielen Taenze aus Kolumbien. Davon hat das Land einige zu bieten und nicht bloss Salsa calenjo. Da meine Tanzlehrerin von der Pazifikkueste (Choco) kommt, haben wir uns hauptsaechlich auf die Kuestenregionen konzentriert. Und dort gibt es eine sehr grosse Anzahl Taenzen afro-kolumbianischer Kultur als auch spanischer und andiner Einfluesse. Im November stand dann die grosse Abschlusspraesentation an, an der ich auch einige Taenze tanzen durfte. Am ersten Tag stand die Pazifikkueste mit Taenzen wie Monja, Jota, Cumbia, .. im Vordergund. Deshalb auch die laengere Tracht und das andere Erscheinen.
Taenze von der Pazifikkueste




Am darauffolgenden Tag haben wir dann die Atlantik-Taenze getanzt, unter anderem habe ich Puya und Garabato tanzen duerfen. Letzteres ist der Tanz der Toten in dem spaeter der Tod auf der Buehne erscheint und mit den Taenzern kaempft. Ist definitv einer meiner Lieblingstaenze geworden. Man erkennt auch hier an den anderen Kleidern den Wechsel der Region.
Mit der Profesora Dalia
Also habe ich nicht nur akademisch einiges von der Uni mitnehmen koennen, sondern mit den Taenzen auch viel Kultur! Meine Companeros kamen aus den verschiedensten Regionen des Landes, sodass auch so eine grosse Vielfalt dabei war.