So mein erster Monat in Cochabamba liegt nun hinter mir und es wird Zeit, dass ich einmal kurz berichte, was im Moment so passiert ist.

Am 7.September bin ich abends vom Busbahnhof abgeholt worden, von meiner zukünftigen Chefin plus Sohn und Enkel. Dann ging es gleich zu meiner Gastfamilie, die überrascht, aber total offen war und mich herzlich begrüßt hat und alles gezeigt hat. Im Gegensatz zu La Paz bin ich hier bei einer riesigen Familie untergekommen und wohne bei einem alten Ehepaar, das super viele Kinder, Enkel, Nichten und Onkel hat. Eine typische Großfamilie!
Die ersten Tage hieß es Eingewöhnen, denn Cochabamba ist etwas anderes als La Paz. Viel ebener und auch wärmer. Gleichzeitig haben wir auch schon mal ins Projekt schnuppern können, von dem ich aber gern später noch einmal ganz ausführlich berichten möchte. Nur so viel, ich arbeite in einer Kindertagesstätte, die sich Centro Integral Warmi, nennt. Zur Zeit arbeite ich mit Vorschülern zusammen und bin doch recht zufrieden mit meinem neuen Job!
Besonders markant für Cochabamba ist der Christo, der hoch über Stadt steht und die beschützt. Ein Wochenende sind wir mit unserem Besuch aus La Paz hochgedüst und haben uns die Stadt einmal von oben angeguckt. Was für ein Ausblick!Wirklich beeindruckend :)
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Der Blick von oben auf die Laguna Alalay
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| Aus der Statur heraus |
Zudem hatten wir auch das Glück.dass wir auch in die Statur reinkonnten, die man hochklettern kann. Das war vielleicht eine Aktion, denn die Sicherheitsstandards waren wirklich niedrig und durch meine Höhenangst wurde alles noch etwas gefährlicher. Aber ich war oben und habe nun die Stadt auch aus dem Christo heraus gesehen
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| Cochabambina |
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Ansonsten muss ich sagen, dass ich den Monat zum Einleben gebraucht habe und um hier einen Alltag zu finden. So langsam wirken die Avenidas nicht alle so gleich und ich weiß auch so langsam, wo ich was zu kaufen habe. Gleichzeitig mache ich auch viel mit meiner Familie. Dieses Wochenende haben wir zum Beispiel den Geburtstag meiner kleinen Gastschwester Aylen gefeiert. Jeder Geburtstag ist hier ein Fest und somit waren mehr als 80 Familienmitglieder eingeladen. Es hab eine Menge Essen und Kuchen: nicht zu vergessen Geschenke! Wenn der Kindergeburtstag in Duetschland schon was großes ist, dass wird er hier noch übertroffen, denn die Vorbereitungen haben rund eine Woche gedauert
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| Die traditionelle Punata |
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Kindergeburstag: Aylen mit ihrer Familie
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| Mit meiner lieben Gastschwester/mama, bei einer Baby-shower |

Eine weitere Sache, die mich im Moment sehr bewegt ist die politische Auseinandersetzung über den Bau einer Schnellstraße durch ein Naturschutzgebiet. Die Regierung von Evo Morales möchte diese zwischen San Ignaxio de Moxos (Beni) nach Villa Tunari (Cochabamba) errichten.
Die dort lebenden indigenen Stämme der Yuracaré, Moxeño und Chimán versuchen das mit aller Kraft zu verhindern, denn der Bau der Straße wurde nicht nur das Abholzen von Regenwald bedeuten, sondern den Tieren und allen anderen Bewohnern des Tipnis Gebiets den Lebensraum nehmen. Daher marschieren die Stämme nach La Paz, um der Regierung ihren Widerstand zu demonstrieren. Dabei kam es zur Eskalation zwischen Regierungsangehörigen und den Demonstranten.
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| Marcha nach La Paz |
Auch in weiteren Teilen des Landes kommt es zurzeit zu Märschen und Sympathiebekundungen für die Tipnis, die gleichzeitig auch den Ausfall vom öffentlichen Verkehr bedeutet haben.
Für mich als deutsche Freiwillige ist es nicht möglich an diesen Märschen teilzunehmen, denn es kann für mich die Ausweisung bedeuten, da die Regierung allen Ausländern unterstellt, diese Märsche mit Geld zu unterstützen. Eine gefährliche Situation, die im Moment doch sehr präsent ist. Ich bin wirklich gespannt, wie und ob sich die Regierung und die Tipnis einigen können. Nächstes Wochenende finden hier in Bolivien Wahlen statt und ich bin echt gespannt auf das Ergebnis.
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| Plakate für die Demo in Cochabamba |
Ich freue mich bald über mehr aus Cochabamba, meine Projekt und dem Leben hier vor Ort berichten zu können. Herzliche Grüße aus dem warmen Cochabamba ins herbstliche Deutschland :)
Steffi
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