Viel gibt es zu berichten, denn die letzten zwei Monate waren sehr ereignisreich.
An einem Sonntag wurde dann Weihnachten gefeiert! Mit der Unterstützung der Universität „NUR“, die mit Clowns und einem Animationsprogramm für Stimmung sorgten. Es wurde getanzt und viel gelacht. Kleine Wettbewerbe und Spiele haben zusätzlich für Spannung gesorgt. Ich habe an diesem Tag nur glückliche Gesichter gesehen, was mich sichtlich erfreut hat. Daneben haben auch viele Eltern teilgenommen und ihre Kinder begleitet. Als Höhepunkt gab es dann die Geschenkpakete für die Kinder. Für mich war es ein wirklich schönes Fest und ich denke, dass es vielen Kindern ebenfalls sehr gefallen hat. Gerade für die, die kein Weihnachtsfest mit ihrer Familie haben, war es ein sehr schöner Ersatz.
| "Zeigt uns, was ihr bekommen habt" |
Mit dem Weihnachtsfest in Tiquipaya hat dann auch das Jahr in Tiquipaya geendet und die Sommerferien angefangen. Erfreulicherweise für mich, habe ich Besuch von meinem Vater bekommen, der Bolivien und mein Leben hier gern besser kennenlernen wollte. Also startet eine zweiwöchige Tour durch Bolivien. Dabei haben wir Sucre, die weiße Hauptstadt, besucht. Sind von dort aus aufgebrochen in den Süden und zum Salar de Uyuni. Glücklicherweise hat es zu dieser Zeit nicht geregnet, denn sonst wäre der Salzsee nicht passierbar gewesen.
(da ich bereits in einem älteren Artikel darüber berichtet habe, lassen wir nähere Beschreibungen zum Salzsee aus)
(da ich bereits in einem älteren Artikel darüber berichtet habe, lassen wir nähere Beschreibungen zum Salzsee aus)
| Die weiße Recoleta-Kirche in Sucre |
| Am Salar |
Vom Salar ging es dann nach La Paz und zum Titicacasee. Das Andenmeer hat mich wirklich beeindruckt. Die Bolivianer sind sehr stolz auf das einzige Gewässer, was ihnen geblieben ist, denn bis heute wird der Verlust des Meerzugangs von 1884 sehr bedauert. Jedes Jahr wird hier der Tag des Meeres gefeiert und die Rückeroberung gefordert (dafür leistet man sich auch eine Marine!).
Als sind wir zum höchstgelegenden See der Welt aufgebrochen. Eine 3 stündige Reise durch den Altiplano und verschieden Dörfer. Einmal übersetzen mit dem Boot und dann waren wir schon in Copacabana, unserem Zielort. Copacabana hat nicht nur eine wunderschöne Kapelle, in der die schwarze Madonna, die Schutzpatronin des Titicacasees, steht, sondern eignet sich auch ausgezeichnet für Ausflüge zur Isla del Sol. Bevor wir aber zur Sonneninsel aufgebrochen sind, haben wir einen Ausflug auf einen Berg gemacht um das Horca del Inca zu besichtigen. Das Horca del Inca war ein wichtiges astronomisches Observatorium, um die Tag-und Nachtgleiche der jeweiligen Jahreszeit anzupassen. Der Berg gilt daher als heilig und viele Einwohner bringen jedes Jahr Opfergaben und Presente, um Gott dafür zu danken.
Vom Berg hat man zugleich aber auch eine wunderschöne Sicht auf Copacabana und den Titicacasee.
Als sind wir zum höchstgelegenden See der Welt aufgebrochen. Eine 3 stündige Reise durch den Altiplano und verschieden Dörfer. Einmal übersetzen mit dem Boot und dann waren wir schon in Copacabana, unserem Zielort. Copacabana hat nicht nur eine wunderschöne Kapelle, in der die schwarze Madonna, die Schutzpatronin des Titicacasees, steht, sondern eignet sich auch ausgezeichnet für Ausflüge zur Isla del Sol. Bevor wir aber zur Sonneninsel aufgebrochen sind, haben wir einen Ausflug auf einen Berg gemacht um das Horca del Inca zu besichtigen. Das Horca del Inca war ein wichtiges astronomisches Observatorium, um die Tag-und Nachtgleiche der jeweiligen Jahreszeit anzupassen. Der Berg gilt daher als heilig und viele Einwohner bringen jedes Jahr Opfergaben und Presente, um Gott dafür zu danken.
Vom Berg hat man zugleich aber auch eine wunderschöne Sicht auf Copacabana und den Titicacasee.
| Die Kapelle mit der schwarzen Madonna |
| Die Kerzenkapelle |
| Copacabana |
| Copacabana & d. Titicacasee |
| Das Horca del Inca |
Am nächsten Tag ging es dann früh morgens mit dem Boot zur Isla del Sol. Gemeinsam mit einem Guide haben wir die Nordspitze erkundet und vor allem die schöne Landschaft genossen. Danach ging es dann in den Süden der Insel. Und die Sonneninsel hat ihrem Namen auch alle Ehre gemacht. Der Weg mit dem Boot war sehr beschwerlich, da viel Regen und hoher Wellengang die Fahrt verlangsamt haben. Doch kaum waren wir an der Nordspitze ausgestiegen, erstrahlte die Sonne und wärmte uns auf! Die Lektion kam dann leider am Abend, als uns ein dicker Sonnenbrand gezeigt hat, dass die Sonne bei 4300m super gefährlich sein kann.
| Auf der Isla del Sol |
Nach 3 Tagen Andenmeer ging es für die Weihnachtsfeiertage wieder zurück nach La Paz. Dort haben wir dann zusammen Weihnachten verbracht. Was uns jedoch sehr verwundert hat, war das bunte Treiben zur später Stunde an Heilig Abend. Menschenmassen haben sich durch die Einkaufsstraßen geschoben und alle Plazas voll. Wir haben das zunächst gar nicht verstanden, denn eigentlich bedeutet Weihnachten das Beisammensein in der Familie. Die „Noche buena“ beginnt hier aber erst um 23h, sodass viele die Zeit davor nutzen, um Geschenke zu kaufen oder Zeit mit ihren Freunden zu verbringen. Danach fahren sie dann zu ihren Familien, wo gemeinsam gegessen wird und danach dann die Geschenke ausgepackt werden. Viele gehen davor auch noch in die Kirche, wo Kinder und Erwachsene das Krippenspiel aufführen.
Alles in allem muss ich schon sagen, dass sich das bolivianische Weihnachtsfest nicht allzu sehr von dem deutschen unterscheidet. Schließlich haben wir einen ähnlichen religiösen Hintergrund und die Spanier haben ebenfalls viele europäische Traditionen mitgebracht.
Alles in allem muss ich schon sagen, dass sich das bolivianische Weihnachtsfest nicht allzu sehr von dem deutschen unterscheidet. Schließlich haben wir einen ähnlichen religiösen Hintergrund und die Spanier haben ebenfalls viele europäische Traditionen mitgebracht.
Bevor es dann auf die Heimreise nach Cochabamba ging, haben wir uns noch Tiwanaku, einen Ruinenstätte der Tiwanaku-Urkultur, angeschaut.Doch leider hat uns die Ruinenstätte, die sogar als UNESCO-Weltkurturerbe ausgezeichnet ist, sehr enttäuscht. Man kann kaum etwas erkennen und so bleiben viele Steinformationen ohne besondere Bedeutung. Nur 2 Staturen und das Sonnentor waren wirklich sehenswert und interessant. Ansonsten kann man den Besuch leider nicht empfehlen.
| Ponce-Monolith |
| Das Sonnentor |
Im Anschluss ans neue Jahr, sind wir dann zu unserem Seminar nach Potosi aufgebrochen.
Etwa eine Stunde von der Stadt entfernt, in einem kleinen Örtchen namens Tarapaya, haben wir also eine Woche unsere gegenwärtige Situation reflektiert und uns mit den anderen Freiwilligen ausgetauscht. Besonders letzteres fand ich unglaublich sinnvoll und angenehm. Zu erfahren, wie es den anderen ergangen ist und wie sie zur Zeit leben und in ihrem Projekt arbeiten. Daneben sind auch einen Tage nach Potosi gefahren und haben eine Minentour in den Cerro Rico gemacht, den reichen Berg der Stadt. Diesem Berg verdankte Potosi einst den Ruf, als reichste Stadt der Welt! Über 60.000 Tonnen Silber wurden in 3.Jahrhunderten abgebaut, doch der Preis dafür war sehr hoch. Die unbarmherzigen Arbeitsbedingungen haben hunderten Menschen das Leben gekostet, weshalb die Indigenen den Cerro Rico auch als „Eingang zur Hölle“ nennen.
Heute ist der Berg weitgehend ausgebeutet und gleicht einem schweizer Käse. Nur wenige versuchen ihr Glück mit waghalsigen Sprengungen, um noch etwas zu finden.
Heute ist der Berg weitgehend ausgebeutet und gleicht einem schweizer Käse. Nur wenige versuchen ihr Glück mit waghalsigen Sprengungen, um noch etwas zu finden.
| Der Cerro Rico |
| Der Diabolo- Schutzpatron der Minenarbeiter |
Ich fand den Besuch unglaublich spannend, auch wenn er mich an meine persönlichen Grenzen gebracht hat. Unvorstellbar, wie so viele Menschen hier arbeiten und ihr Leben lassen. Der Besuch hat sich auf jeden Fall sehr gelohnt.
| Der Innehof des Casa de las Monedas |
Am Nachmittag war ich dann noch im Museum „Casa de las Monedas“, welches die Geschichte rund um den Berg erzählt und gleichzeitig auch zeigt, wie bedeutungsvoll Potosi einmal war. Das Silber aus dem Berg wurde noch an Ort und Stelle zu Münzen verarbeitet und über Argentinien und das Meer nach Europa und Asien gebracht. In die ganze Welt lieferte die kleine Stadt Silber und andere Metalle.
Da ist es wirklich traurig, wenn man Potosi heute sieht. Die Stadt ist verfallen, vom alten Glanz kaum noch etwas zu sehen und viele Leute ziehen in andere Städte, weil sie keine Perspektive mehr sehen.
| Das Ojo del Inca |
Am Sonntag des Seminars haben wir dann die Lagune von Tarapaya besucht. Dem sogenannten Ojo del Inca wird eine heilende Wirkung nachgesagt, sodass nicht nur viele Touristen, sondern auch Einheimische kommen, um in dem ehemaligen Vulkankrater zu baden. Das Wasser ist unglaublich warm, doch muss man wirklich aufpassen, dass man sich nur am Rand aufhält, wegen der gefährlichen Wasserstrudel.
Nach einer Woche war dann unserer Seminar vorbei und alles sind in verschiedene Richtungen aufgebrochen. Für mich sollte es auf eine super schöne Reise nach Argentinien und Chile gehen, doch darüber möchte ich bald ausführlich in einem weiteren Artikel berichten.
Esteffy
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