Bogotá ist nicht nur die Hauptstadt Kolumbiens, sondern auch die Hauptstadt des Departamento Cundinamarca, el distrito capital. Den letzten Monat haben wir auf groessere Reisen verzichtet und stattdessen kleine Ausfluege in unserem Departamento gemacht.
Von diesem moechte ich euch nun berichten:
Zipaquirá
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| Im Hintergrund die Anden |
Dieser Ort liegt nur etwa 50 km (1Std) von Bogotá entfernt und ist besonders bekannt fuer die Salzmine mit Kathedrale. Wir sind leider bei stroemenden Regen angekommen (nicht verwunderlich fuer diese Jahreszeit in Bogotá- es regnet jeden Tag) und haben uns bis zur Mine durchgefragt. Diese liegt gut zugaenglich in der Naehe vom Zentrum, also haben wir uns fix auf den Weg gemacht und den Berg erklommen, denn der liegt bei etwa 2600m.
Bilder aus dem verregneten Dorf:
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| Auf der Plaza (im Vordergrung Eisverkaeufer) |
Etwas mehr zur Geschichte dieser Mine:

"Die Ausbeutung dieser Mine geht bis auf die präkolumbische Geschichte
zurück, führt vorbei an den Kolonisierungs- und Republikanerzeiten und
erzählt heute noch Geschichte. Es war das ehemalige Muisca-Volk, das als
erstes dieses enorme Salzvorkommen genutzt hat und sich damit zu einem
der wohlhabenden prähispanischen Völker seinerzeit entwickelt hat.
Dieses Salzvorkommen inmitten der Ostkordillere Kolumbiens hat sich
vor 70 Mio. Jahren gebildet, als dort noch ein Binnenmeer existierte,
das sich auf die gesamte Region ausweitete. Mit der Bildung der
Ostkordillere trocknete dieses Meer dann aus und hinterließ eine
riesige, von Erde und Schlamm verschüttete Salzablagerung, die sich dann
bis hin zur Bildung von Steinsalz verfestigte.
Das Salz wurde bereits vor der spanischen Eroberung vom Muisca –Volk abgebaut.

Die Spanier erklärten die Mine zur Stadt der Weißen mittels Dekret
des Vizekönigreiches. Später dann war es dieses Salz, das die
Finanzierung der Befreiungskampagnen von Nariño und Bolívar ermöglichte
und die wiederum später, genau genommen vor 200 Jahren, zur Befreiung
von Kolumbien, Ecuador, Peru und Venezuela beigetragen haben. Und
Jahrzehnte später war es der Schriftsteller und
Literatur-Nobelpreisträger Gabriel García Márquez, dessen Werke hier
ihren Ursprung fanden, als er nämlich in Zipaquirá lebte.
Das Städtchen von Zipaquirá erhält und schützt viele seiner
kolonialen Gebäude und seinen Hauptplatz oder Platz der Bürger, wie er
auch genannt wird. Den typischen Baustil findet man an den Balkons, den
mit gewölbten Holzgittern versehenen Fenstern und den dicken Mauern
wieder. Neo-kolonialen Stil mit Mudejar-Einfluss kann man an der
exklusiven, im Jahr 1948 gebauten Herberge Libertador bewundern."
(Quelle:
http://www.colombia.travel/de/internationaler-tourist/reisefuhrer-ziele/reisetipps-der-woche-in-kolumbien/die-kathedrale-von-zipaquira
(2.11.2014))
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| Auf dem Weg nach oben |
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| Der Blick auf den Altar |
Persoenlich fand die Mine zwar nett, aber nicht
spektakulaer. Die Kathedrale ist definitiv sehenswert, insbesondere da
dort auch Gottesdienste gefeiert werden. Wesentlich spannender fand ich
das Dorf mit seiner Architektur und der Ruhe, die fuer Doerfer in
Kolumbien typisch ist. Also Kontrastprogramm zu Bogotá! Deshalb haben
wir es umso mehr geniessen koennen und haben insgesamt einen schoenen
Tag verbracht.
Guatavita
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| Die Lagune |
Einen weiteren Auflug haben wir zur Laguna und besagten Dorf "Guatavita" gemacht. Beides sehr schoene und geschichtlich wichtige Orte. Zunaechst die Lagune, die insbesondere fuer die indigene Bevoelkerung von grosser Bedeutung ist. Guatavita liegt etwas ausserhalb von Bogota und es braucht gut 2 Stunden um anzukommen.
"Guatavita, die heilige Lagune, die geographisch
und verwaltungsmäßig zur Gemeinde Sesquilé gehört, war Schauplatz des
Zeremoniells, mit dem die Ureinwohner ihre Göttin des Wassers
Chie mit prunkvollen Zeremonien anbeteten und damit zur Entstehung der Legende von
El Dorado beitrugen. Dieser Legende nach kam der Muisca-Häuptling in Begleitung von vier Priestern auf einem Holzfloß zur Lagune von
Guatavita.
Bevor er später ins Wasser abtauchte, wurde er mit Goldstaub bedeckt,
nahm von seinem Stamm Schätze als Opfergaben und Symbol der Anbetung in
Empfang und verließ diesen dann, um mit den Gaben beschwert in den
Tiefen der Lagune zu verschwinden. Für die Ureinwohner war der
wirtschaftliche Wert der Goldschmiedekunst bedeutungslos, sondern viel
mehr ein Medium, um sich ihren Göttern zu nähern.
Besagte Geschichte bekamen die spanischen Eroberer zu Gehör,
woraufhin sie sich zu Expeditionen auf machten, um sich den wertvollen
Schmuck, den unsere Vorfahren mit solchem Einfallsreichtum über viele
Jahre hinweg gestaltet hatten, anzueignen und in ihre Heimat zu
schaffen. Man vermutet, dass in einer der ersten von Philip II.
befohlenen Plünderungen ganze 14 Goldladungen herausgeholt wurden.
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| Landschaft um Guatavita |
Die Spanier hatten mehrmals vor, die Lagune trocken zu legen.
Allerdings ließen sie die hohen Kosten der Missionen von diesem Plan
abkommen, doch da war bereits der größte und wertvollste Teil der Beute
in ihrem Besitz. Sie nahmen sehr viel an dem schweren Gold mit und es
blieb nur noch sehr wenig übrig." (Quelle: http://www.colombia.travel/de/internationaler-tourist/reisefuhrer-ziele/reisetipps-der-woche-in-kolumbien/guatavita (2.11.2014))
Irgendwie stimmt das einen traurig, zu wissen, was waehrend der Eroberung hier passiert ist. Andererseit einer der unzaehligen Faelle der Geschichte Suedamerikas. Die Laguna heutzutage dient immer noch fuer Rituale einiger Staemme, darf aber von der "normal" Bevoelkerung nicht beruehrt werden. Heisst soviel als dass man sich die Laguen von verschiedenen Aussichtspunkten anschauen kann, aber sie nicht beruehren kann, noch Fischen/Boot fahren oder sonst etwas machen darf. Deshalb ist es vielleicht nicht die spannenste Attraktion, allerdings ist die Geschichte zu dieser Lagune sehr besonders und macht diesen Ort irgendwie magisch.


Auch dieses Mal fand ich das Dorf sehr sehr schoen. Es gehoert seit den 60 dem architektonischen Erbe an und faellt durch den weissen Kolonialstil auf. Die Geschichte des Dorfs ist ebenfalls interessant, denn es wurde erst in den 42ern errichtet, nachdem das urspruengliche Dorf Guatavita von der Talsperre Tominé ueberflutet wurde und das Dorf insofern umgesiedelt werden musste. Welch Anstrengung! Aber es hat sich gelohnt, denn auch das heutige Guatavita strahlt und ist an einem grossen See angesiedelt. Auf diesem darf man Segeln, Fischen und Schwimmen (wenn auch sehr kalt). Mir hat das Dorf sehr gut gefallen, auch wenn es ziemlich kalt dort werden kann.
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| Die Plaza |
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| Blick auf das Stadtmuseum |
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| Meine Nachbarn und Reisecompañeros Marlon und Esteban |
Wanderung durch den andinen Wald: Reserva de Chucua
Diese besagte Wanderung haben wir durch ein Reservad oestlich von Bogota gemacht. Ich war zunaechst etwas skeptisch, ob ich schon die Kondition habe, um eine Wanderung auf dieser Hoehe (von 2200m auf 2800m) mitzumachen, habe mich aber letztendlich ueberreden lassen und es nicht berreut. Zwar war es eine ganz schoen anstrengende Wanderung, was nicht zuletzt an den matschigen und klitschigen Wegen lag, sondern auch an dem Gelaende das wir durchqueren mussten. Zumindest beim Berganstieg bin ich gut ins Schwitzen gekommen. Aber es hat sich gelohnt. Wir haben nicht nur eine sehr schoene Landschaft zu sehen bekommen, sondern waren auch bei einer geweihten Lagune und bei verschiedenen Wasserfaellen mit dem klarsten Wasser der Region. Mich hat dies echt begeistert und ich bin wirklich froh, dass ich diese Tour mitgemacht habe.
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| Mexiko und Deutschland :) |
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| Der Nebel zwischen den Bergen |
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| Unser Guide, der uns gerade erklaert, dass Bogotá vor seiner Gruendung eine solche Landschaft hatte |