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Donnerstag, 6. November 2014

Trick or Treat! Halloween in Kolumbien

Man wundert sich vielleicht wenig, dass auch in Kolumbien dieses Fest gefeiert wird. Prinzipiell sieht man in Deutschland ja auch einige Dekoration anlaesslich dieser Feier. Allerdings hat es mich doch sehr gewundert, mit welcher Leidenschaft und Musse die Kolumbianer dieses Fest feiern und in ihren Kalender aufgenommen haben. Halloween ist hier ein national-Fest, was nicht nur von Kindern, sondern allen Klassen gefeiert wird. Natuerlich stellt es sich als schwer fuer die Kleinsten raus um die Haeuser zu ziehen anlaesslich der prekaeren Sicherheitslage, aber nicht desto trotz gibt es einige Feste an diesem Tag.
Ich bin ebenfalls mit meinen Freunde aus der Universitaet los und haben uns diesem Fest hingegeben. Allerdings war ich wirklich beeindruckt von der Masse der Menschen, die sich verkleidet hatte und insbesondere mit welche Muehe Kostueme ausgewaehlt wurden. Hier mischen sich verschiedene Traditionen, zwischen Verkleiden, Erschrecken und Feiern. Mich hat es sehr beeindruckt und ich habe mich teilweise wie in den USA gefuehlt. Die Fotos von diesem Abend moechte ich euch nicht vorenthalten.






Guaduas:



An diesem langen Wochenende haben wir uns auch nochmal fuer einen kleinen Ausflug entschieden und sind dieses Mal an die Nordgrenze des Departamentos gefahren. In die kleine Stadt Guaduas. Der Weg war ziemlich muehsam, was an den vielen Staus und der engen Strasse lag. Dafuer hat es sich auch dieses Mal wieder gelohnt. Wir wurden belohnt mit warmen 25° und viel Sonne. Einfach wunderschoen. Zuenachst haben wir typisch gegessen und haben uns spaeter zum Wasserfall aufgemacht. Ein abenteuerliches Unterfangen mit einem Taxifahrer, der sich sicherlich sehr amuesiert hat ueber die 5 Ladys auf dem Weg zur einzigen Touristenattraktion. Der Wasserfall lag nach einem kleinen Fussmarsch in einem Tal. Ich fand ihn echt schoen anzusehen, auch wenn es gleichsam traurig war, wie schmutzig das Wasser die 40m runtergefallen ist, aber auch dies ist typisch fuer Kolumbien... Leider.






Auch in Guaduas haben wir wieder ein wunderschoenes Dorf im Kolonialstil bewundern koennen. Dazu waren wir noch in einem Museum der Unabhaengigkeitskaempferin Policarpa Salvarrieta. Diese hat eine bedeutende Position der Kolumbianischen Geschichte und ist derzeit auch auf der 10.000$ abgebildet:

Ihr Geburtsort ist besagten Dorf, weshalb sie auch dort eine besondere Wuerdigung wiederfahert.


Bueno, ich hoffe, dass die letzten beiden Artikel fuer meine lange Abwesenheit entschaedigen. Ich hab hier viel um die Ohren und in nicht mehr 3 Wochen ist das Auslandssemester dann auch schon vorbei. Insofern muss ich die Zeit bis dahin geniessen und versuche so viel, wie moeglich mitzunehmen.
Liebe Gruesse aus Kolumbien,
Estef


Unterwegs im Herzen Kolumbiens

Bogotá ist nicht nur die Hauptstadt Kolumbiens, sondern auch die Hauptstadt des Departamento Cundinamarca, el distrito capital. Den letzten Monat haben wir auf groessere Reisen verzichtet und stattdessen kleine Ausfluege in unserem Departamento gemacht.
Von diesem moechte ich euch nun berichten:

 Zipaquirá

Im Hintergrund die Anden

Dieser Ort liegt nur etwa 50 km (1Std) von Bogotá entfernt und ist besonders bekannt fuer die Salzmine mit Kathedrale. Wir sind leider bei stroemenden Regen angekommen (nicht verwunderlich fuer diese Jahreszeit in Bogotá- es regnet jeden Tag) und haben uns bis zur Mine durchgefragt. Diese liegt gut zugaenglich in der Naehe vom Zentrum, also haben wir uns fix auf den Weg gemacht und den Berg erklommen, denn der liegt bei etwa 2600m.

Bilder aus dem verregneten Dorf:



Auf der Plaza (im Vordergrung Eisverkaeufer)


 Etwas mehr zur Geschichte dieser Mine:

"Die Ausbeutung dieser Mine geht bis auf die präkolumbische Geschichte zurück, führt vorbei an den Kolonisierungs- und Republikanerzeiten und erzählt heute noch Geschichte. Es war das ehemalige Muisca-Volk, das als erstes dieses enorme Salzvorkommen genutzt hat und sich damit zu einem der wohlhabenden prähispanischen Völker seinerzeit entwickelt hat.
Dieses Salzvorkommen inmitten der Ostkordillere Kolumbiens hat sich vor 70 Mio. Jahren gebildet, als dort noch ein Binnenmeer existierte, das sich auf die gesamte Region ausweitete. Mit der Bildung der Ostkordillere trocknete dieses Meer dann aus und hinterließ eine riesige, von Erde und Schlamm verschüttete Salzablagerung, die sich dann bis hin zur Bildung von Steinsalz verfestigte.
Das Salz wurde bereits vor der spanischen Eroberung vom Muisca –Volk abgebaut.
Die Spanier erklärten die Mine zur Stadt der Weißen mittels Dekret des Vizekönigreiches. Später dann war es dieses Salz, das die Finanzierung der Befreiungskampagnen von Nariño und Bolívar ermöglichte und die wiederum später, genau genommen vor 200 Jahren, zur Befreiung von Kolumbien, Ecuador, Peru und Venezuela beigetragen haben. Und Jahrzehnte später war es der Schriftsteller und Literatur-Nobelpreisträger Gabriel García Márquez, dessen Werke hier ihren Ursprung fanden, als er nämlich in Zipaquirá lebte.
Das Städtchen von Zipaquirá erhält und schützt viele seiner kolonialen Gebäude und seinen Hauptplatz oder Platz der Bürger, wie er auch genannt wird. Den typischen Baustil findet man an den Balkons, den mit gewölbten Holzgittern versehenen Fenstern und den dicken Mauern wieder. Neo-kolonialen Stil mit Mudejar-Einfluss kann man an der exklusiven, im Jahr 1948 gebauten Herberge Libertador bewundern." (Quelle: http://www.colombia.travel/de/internationaler-tourist/reisefuhrer-ziele/reisetipps-der-woche-in-kolumbien/die-kathedrale-von-zipaquira (2.11.2014))


Auf dem Weg nach oben
Der Blick auf den Altar

 Persoenlich fand die Mine zwar nett, aber nicht spektakulaer. Die Kathedrale ist definitiv sehenswert, insbesondere da dort auch Gottesdienste gefeiert werden. Wesentlich spannender fand ich das Dorf mit seiner Architektur und der Ruhe, die fuer Doerfer in Kolumbien typisch ist. Also Kontrastprogramm zu Bogotá! Deshalb haben wir es umso mehr geniessen koennen und haben insgesamt einen schoenen Tag verbracht.


Guatavita

Die Lagune
Einen weiteren Auflug haben wir zur Laguna und besagten Dorf "Guatavita" gemacht. Beides sehr schoene und geschichtlich wichtige Orte. Zunaechst die Lagune, die insbesondere fuer die indigene Bevoelkerung von grosser Bedeutung ist. Guatavita liegt etwas ausserhalb von Bogota und es braucht gut 2 Stunden um anzukommen.
"Guatavita, die heilige Lagune, die geographisch und verwaltungsmäßig zur Gemeinde Sesquilé gehört, war Schauplatz des Zeremoniells, mit dem die Ureinwohner ihre Göttin des Wassers Chie mit prunkvollen Zeremonien anbeteten und damit zur Entstehung der Legende von El Dorado beitrugen. Dieser Legende nach kam der Muisca-Häuptling in Begleitung von vier Priestern auf einem Holzfloß zur Lagune von Guatavita. Bevor er später ins Wasser abtauchte, wurde er mit Goldstaub bedeckt, nahm von seinem Stamm Schätze als Opfergaben und Symbol der Anbetung in Empfang und verließ diesen dann, um mit den Gaben beschwert in den Tiefen der Lagune zu verschwinden. Für die Ureinwohner war der  wirtschaftliche Wert der Goldschmiedekunst bedeutungslos, sondern viel mehr ein Medium, um sich ihren Göttern zu nähern.
Besagte Geschichte bekamen die spanischen Eroberer zu Gehör, woraufhin sie sich zu Expeditionen auf machten, um sich den wertvollen Schmuck, den unsere Vorfahren mit solchem Einfallsreichtum über viele Jahre hinweg gestaltet hatten, anzueignen und in ihre Heimat zu schaffen. Man vermutet, dass in einer der ersten von Philip II. befohlenen Plünderungen ganze 14 Goldladungen herausgeholt wurden.
Landschaft um Guatavita
Die Spanier hatten mehrmals vor, die Lagune trocken zu legen. Allerdings ließen sie die hohen Kosten der Missionen von diesem Plan abkommen, doch da war bereits der größte und wertvollste Teil der Beute in ihrem Besitz. Sie nahmen sehr viel an dem schweren Gold mit und es blieb nur noch sehr wenig übrig." (Quelle: http://www.colombia.travel/de/internationaler-tourist/reisefuhrer-ziele/reisetipps-der-woche-in-kolumbien/guatavita (2.11.2014))

Irgendwie stimmt das einen traurig, zu wissen, was waehrend der Eroberung hier passiert ist. Andererseit einer der unzaehligen Faelle der Geschichte Suedamerikas. Die Laguna heutzutage dient immer noch fuer Rituale einiger Staemme, darf aber von der "normal" Bevoelkerung nicht beruehrt werden. Heisst soviel als dass man sich die Laguen von verschiedenen Aussichtspunkten anschauen kann, aber sie nicht beruehren kann, noch Fischen/Boot fahren oder sonst etwas machen darf. Deshalb ist es vielleicht nicht die spannenste Attraktion, allerdings ist die Geschichte zu dieser Lagune sehr besonders und macht diesen Ort irgendwie magisch.



Auch dieses Mal fand ich das Dorf sehr sehr schoen. Es gehoert seit den 60 dem architektonischen Erbe an und faellt durch den weissen Kolonialstil auf. Die Geschichte des Dorfs ist ebenfalls interessant, denn es wurde erst in den 42ern errichtet, nachdem das urspruengliche Dorf Guatavita von der Talsperre Tominé ueberflutet wurde und das Dorf insofern umgesiedelt werden musste. Welch Anstrengung! Aber es hat sich gelohnt, denn auch das heutige Guatavita strahlt und ist an einem grossen See angesiedelt. Auf diesem darf man Segeln, Fischen und Schwimmen (wenn auch sehr kalt). Mir hat das Dorf sehr gut gefallen, auch wenn es ziemlich kalt dort werden kann.
Die Plaza


Blick auf das Stadtmuseum
Meine Nachbarn und Reisecompañeros Marlon und Esteban




Wanderung durch den andinen Wald: Reserva de Chucua


 

Diese besagte Wanderung haben wir durch ein Reservad oestlich von Bogota gemacht. Ich war zunaechst etwas skeptisch, ob ich schon die Kondition habe, um eine Wanderung auf dieser Hoehe (von 2200m auf 2800m) mitzumachen, habe mich aber letztendlich ueberreden lassen und es nicht berreut. Zwar war es eine ganz schoen anstrengende Wanderung, was nicht zuletzt an den matschigen und klitschigen Wegen lag, sondern auch an dem Gelaende das wir durchqueren mussten. Zumindest beim Berganstieg bin ich gut ins Schwitzen gekommen. Aber es hat sich gelohnt. Wir haben nicht nur eine sehr schoene Landschaft zu sehen bekommen, sondern waren auch bei einer geweihten Lagune und bei verschiedenen Wasserfaellen mit dem klarsten Wasser der Region. Mich hat dies echt begeistert und ich bin wirklich froh, dass ich diese Tour mitgemacht habe.



Mexiko und Deutschland :)
Der Nebel zwischen den Bergen


Unser Guide, der uns gerade erklaert, dass Bogotá vor seiner Gruendung eine solche Landschaft hatte





Dienstag, 30. September 2014

Karibisches Flair in Kolumbien


Ich bin wieder zurück von meiner kurzen Reise an die kolumbianischen Atlantikküste und bin immer noch sehr beeindruckt über die Vielfältigkeit Kolumbiens.
Zunächst ging es nach Santa Marta weiter nördlich, wo wir allerdings echtes Pech mit dem Wetter hatten. Es hat monsunartig geregnet, was die Straßen unter Wasser gesetzt hat, sodass diese zu Flüssen wurden. Wir sind trotzdem nach Taganga, einem Strand unweit von Santa Marta entfernt und haben dort 2 Stunden verbracht.



Am kommenden Tag sind wir richtung Parque Tayrona aufgebrochen. Ein wirkliches Highlight muss ich zugeben. Zunächst sind wir mit einem "Alimentador" etwa eine Stunde zum Park gefahren. Dort mussten wir uns registrieren und sehr teure ausländische Eintrittspreise zahlen...aber die haben sich gelohnt. Danach folgte ein Lauf von etwa 1,5h Stunden durch den Dschungel und das bei sehr tropischen Temperaturen. Ich bin sehr ins Schwitzen gekommen und als das Meer endlich in Sicht war, wollte ich auch nur noch reinspringen. So erging es uns aber allen. Es folgten 1,5 sehr schöne und besinnliche Tage in Tayrona, denn es hat sich sehr verlaufen, sodass wir den Strand praktisch für uns allein hatten und das bei klaren Wasser und warmen Temperaturen. Wirklich paradisich! Ich hab es sehr genossen, wenn auch die Nacht in der Hängematte etwas kalt war. Und die Krokodile, die wir später bemerkt haben, auch etwas Angst gemacht haben,...., aber das gehört zur Natur dazu und macht einen Besuch im Parque noch viel erstaunlicher-erstrebenswerter.








Schon bald ging es in unserer elfer Truppe nach Cartagena de las Indias, einer wunderschönen Kolonialstadt. Wir waren alle begeistert von den vielen bunten Häusern mit ihren Balkons, kleinen Gassen, Blumen und einer unvergleichbaren Ruhe. Natürlich ist die Stadt deutlich touristischer und lebt davon, aber es hat uns ausgesprochen gut gefallen. Unter anderen haben wir das Castillo der Stadt besucht, dessen Wallanlage die Stadt umschließt und ein Wahrzeichen der Stadt ist. Von den Spaniern als Festung errichtet, fiel es nur 20 Jahre nach Fertigstellung in die Hände der Kolumbianern, die die Unabhängigkeit erlangten. Der Aufstieg fiel uns schwer, allerdings auch weil wir auf die "Schnapsidee" gekommen sind, bei purer Hitze das Schloss kennenzulernen. Der Ausblick war aber ganz nett.









Am letzten Tag unserer Reise haben wir einen Abstecher auf die Inselgruppe vor Cartagena gemacht, auch bekannt als Islas del Rosario. Es ging früh morgens mit dem Boot, einer sogenannten Lancha, los. Auch wenn das Wetter zunächst bewölkt war, hat es sich doch sehr aufgeklart und wir haben es richtig genossen über das Meer zu schippern. Der erste Stopp war leider eine Enttäuschung, da die Insel kaum Strand hatte und eigentlich nur für eine Hai-und Delfinshow ausgelegt war, was wir widerum nicht sehen wollten.
Der zweite Stopp dafür war umso schöner! Playa Blanca, also weißer Strand hat nicht zu viel versprochen: türkieses Meer, weißer Strand, tropische Hitzer. Einfach nur karibisches Feeling! Wir waren begeistert!





Frischer Fisch, mit Arroz con Coco (Reise mit Kokusnuss), Ensalada, Patacas (Bananenpuffer)



Insgesamt habe ich die kurze Zeit an der Küste sehr genossen und bin wirklich froh, diesen Landstrich Kolumbiens kennengelernt zu haben. Ich bin wirklich begeistert von der Vielfältigkeit dieses Landes und begeister mich immer mehr für Kolumbien. Hoffen wir, dass das so bleibt und ich am Ende ähnliche Gefühle habe, wie beim Abschied aus Bolivien!
Liebe Grüße
Estef