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Montag, 23. April 2012

Unter dem Stern des Osterhasen


 April April!
Tja jetzt nähern wir uns schon dem bolivianischen Herbst, der sich wirklich nicht viel vom Frühling unterscheidet. An manchen Tagen haben wir pure Hitze und an anderen Tagen ist es kalt und bedeckt. Nur der Regen bleibt aus, was doch sehr angenehm ist. Besonders nachts ist es aber wirklich kalt! Mir macht das um ehrlich zu sein etwas Angst, denn wenn wir uns jetzt erst im Herbst (Otono) befinden, was passiert dann im Winter. Denn Heizungen gibt es hier nicht und ich schlafe jetzt schon mit 3 Wolldecken. Naja da muss dann wohl ein ganz ganz dicker Alpacer Pulli gekauft werden. So viel zum Klima!

Aber nun zu den Ereignissen im April, denn der ist ja leider auch schon wieder halb vorbei. Die Zeit rast :(

Das erste Aprilwochenende war einer der Fußgänger- und somit Autofreien Tage. Da habe ich die Einladung zwei befreundeter Familien doch sehr gerne angenommen einen kleinen Ausflug zu machen. Unser Ziel: Der Christo von Cochabamba! Gut ist keine Neuigkeit mehr für mich, die so gut wie jeden Monat einmal diese Aussicht genießt. Doch dieses Mal gab es keine bequeme Seilbahn, denn schließlich waren alle Mobilitäten für diesen Tag außer Betrieb. Somit sind wir früh morgens aufgebrochen und haben den Berg des Christos von hinten erklommen. Das ist eindeutig ein Weg, der viel anstrengender ist, aber eine wunderschöne Sicht aus Cochabamba bietet! Und als Abenteuerer haben wir uns entschieden wegab den Christo zu erklimmern und sind dann einfach mal querbeetein den Berg hochmaschiert. Welche Anstregung, denn wir mussten uns zuletzt durch die Dornen kämpfen und haben nach dem Weg gesucht. Doch, am Ende sind wir angekommen und konnten die wunderschöne Sicht genießen und unserern erfolg feiern. Zurück ging es dann die 1300 Stufen runter. Ebenfalls eine Tortur, ohne Gelände und bei fast 90°. Naja ich fand den Ausflug schön und neben der sportlichen Betätigung, war es ebenfalls ein lustiger Zeitvertreib.

COCHABAMBA- Ciuidad de Valle


Trepp ab.. sind ja nur 1300

Es folgte die Semana Santa: Also die heilige Woche/Osterwoche. Bei Warmi haben wir nur bie Mittwoch gearbeitet. Hier hat man nämlich Gründonnerstag und Karfreitag frei. Am Gründonnerstag gibt es am Abend ein schöne Ritual. Ein müssen nämlich 12 Kirchen besucht werden. Am 16h füllte sich also prompt das Stadtzentrum und die Kirchen haben ihre Türen geöffnet, die normalerweise verschlossen bleiben. Die Menschen(cochabambinos) strömen los, um sich die 12 Kirchen anzugucken, Auf den Straßen werden neben typischen Gerichten (Api(Glühweinähnlich), Munuelo (Schmalzkuchenähnlich), Arroz con leche (flüssiger Milchreis) und und und). Darüberhinaus konnte man an jeder Ecke die Jesusgeschichte bekommen oder kleinen Palmenkreuze. Also ich fand, dass diese Nacht echt flair hatte, auch wenn der Kirchengang eher ein Massengedränge war. Aber immerhin habe ich so einmal die Katedrale von Cochabamba besuchen können. Ich muss sagen, dass ich die Idee echt schön finde und es einige Leute bestimmt auch wieder an den Sinn des Kirchenlebens erinnert. Also "he pasado muy bien"




Doch langer konnte ich nicht verweilen, denn am Karfreitag bin ich dann zu einer kleinen Reise aufgebrochen. Das Ziel: AIQUILE. Ein mittelgroßes Dorf 5 Std. von Cochabamba entfernt und der Einsatzort von Christian, einem meiner Mitfreiwilligen. Mein Minibus ist dann leider ausgefallen, sodass ich morgens 3 Std. im Kalten saß und auf meinen Bus gewartet habe. Aber ich bin angekommen und das ist in anbetracht der schlechten Strecke wirklich erfreuenswert. Gleich gab es eine kleine Führung durch Aiquile. Der Ort ist zwar nicht super groß, hat aber für meine Verhältnisse, doch alles, was man hier als Freiwilliger so braucht (besonders einen Mercado, wo man frischen Obstsalat essen kann). Danach haben wir uns noch die neue Kirche angeschaut, denn vor wenigern Jahren hat ein starkes Erdbeben den Ort dem Erdboden gleich gemacht. Nur die wichtigen Instutitionen wurden neuerrichtet. Doch an manchen Stellen kann man noch die Risse sehen.
Am nächsten Tag bin ich dann nach Misque aufgebrochen, einem Dorf, was etwas 1 Stunde von Aiquile entfernt liegt. Dort wollte ich das Haus meine bolivianischen Onkels besuchen. Mein Fahrtenglück war aber mal wieder alles andere als super.Ich saß in meinem Taxi, dass durch seine Herkunft aus Japan/China schon keinen guten Eindruck gemacht hat. In meiner Bank, 3 Cholitas. Ihre vielen Taschen im Kofferraum und zwei weiterer Personen vorne. Als wir waren komplett vollbeladen und somit wunderts auch nicht, dass nach 25 Minuten dann der erste Reifen geplatzt ist. Ich war mir sicher, dass ich wohl nicht mehr ankommen werde und im nichts übernachten muss. Diese Befürchtung wurde dann mit dem 2. Reifenplatzter nicht besser. Vor allem,wer nimmt schon zwei Ersatzreifen mit? Aber mein Fahrer hatte wohl eine Vorahnung. Somit hatten wir einen zweiten Reifen und kamen nach 2 Stunden dann auch an. Eine furchtbare Fahrt, zumal die Sprache im Taxi Quechua war. Ich spreche außer "ja" und "nein" kein Wort Quechua, was die Cholitas neben mir aber ganz lustig fanden. Reifenwechseln müsste ich jetzt aber können...
Pacay
Nun gut, zunächst ging es auf die "Feria de Fruta" ein Früchtefest, wo die besten Ernten gezeigt und später prämiert werden. Daneben konnte man aber auch probieren und das war lecker! Pacay,Guayaba,Chirimoya Ich werde euch vermissen. Und wenn man sich jetzt fragt, von was ich da spreche. Selbst wenn ich wollte, dass muss man schon selber probiert haben!



 Zu meinerm Onkel:



Als das sollen Tomaten sein..

Danach habe ich dann DAS HAUS besucht. Ein Traum, ein Traum. Ich war hin und weg, denn ich hatte ja keine Vorstellung von diesem  Haus! Besser gesagt Bauernhof, denn neben Kühen, Stieren,Pferden,Hühnern,Gänsen,Hunden gabe es noch Plantagen voll mit Obst und Früchten. Ich habe meinen Augen nicht getraut. Also so etwas schönes! Dazu gab es dann noch ein leckere Essen von Amalia meiner Gasttante. Ich habe es genossen und am Abend war dann noch das große Dorffest mit Cholita Bands usw. Ich habe es genossen, denn eine Fiesta en el campo ist schon noch etwas anderes.

Cholitas en concert

Mit meiner Cousine Nathalie

Ostersonntag hieß es früh raus für mich und wieder zum Taxistand, denn ich musste ja zurück nach Aiquile.Ebenfalls eine Tour zwischen Choltas eingequetscht und mit einem Platten. Aber wenn ich jetzt darüber nachdenke muss ich schmunzeln und freue mich über die Erfahrung, denn so etwas erlebt man nur in Bolivien! Den Sonntage waren wir dann in der Messe und haben mit seinem Chef gut zu Mittag gegessen. Nachmittag ging dann mein Minibus zurück nach Cochabamba (nach Hause). Dieses Mal ist er auch wirklich gefahren, doch das war auch nicht wirklich angenehm. Durch die Berge, 5cm am Abgrund vorbei und trotzdem mit knapp 100km/h gerast. Ich habe nur noch gebetet. Aber, wie man sieht, ich bin angekommen ! Zum Glück :)

Das war meine kleiner, aber schöne Reise nach Aiquile. Am Ostermontag musste ich dann wieder arbeiten, denn das ist kein freier Tag hier. Seltsamerweise...
Gleichzeitig haben wir aber Oster gefeiert mit den Kindern, was echt nett war. Ich habe das ganze in Tiquipaya unterstützt und dort Osterhase gespielt. Durch das wunderschöne Feld, was man unten ja sieht, hatte ich eine tolle Fläche zum Verstecken.Und die Kids haben vielleicht gesucht. "Profe, wo hast du die Eier versteckt?" Also so manche Bräuche gibt es auch hier auf der anderen Seite des Ozeans. Danach gab es noch einen Film zu dem Thema Ostern und ein ganz leckeres Essen. "Papas a la huancay"- Kartoffeln mit Erdnussoße mit Ei und Käse. Oh, lecker!
Mit dem Turno Tarde haben wir dann noch einmal das Gleiche gemacht und wieder lachende Gesichter und Freude bei gefundenen Eiern! Ja so habe ich Ostern verbracht und ich muss sagen: es war schön!
Auf los gehts los!

Orlando und seine Ausbeute


Die Kinder morgens

"Mhh lecker", stimmts Juan Carlos?


Ein Ereignis folgt dem Nächsten! Denn am 12.April war der Tag des Kindes. Die Kinder werden hier gefeiert, man gibt ihnen Geschenke und Süßigkeiten. Und das schon in der Schule. Wir haben dann auch eine kleine Feier gemacht. Mit kleinen Spielchen, einem leckeren Mittagessen und Kostümwettbewerb. Bei solch einer Veranstaltung kann ich es mir ja nicht nehmen lassen, mich auch zum Hampelmann zu machen. Also habe ich gemeinsam mit anderen getanzt:

Franklin und Joel



Die dritte Generation von Morgen
 Was für ein Spaß! Und den Kindern hat es auch sehr gut gefallen. Danach haben sie noch kleine Tütchen bekommen und die Feier war vorbei. Ich fands schön, auch wenn es einmal wieder etwas bolivianisch übertrieben war, aber das gehört dazu und wenn sie in mancherlei Hinsicht doch nur ein Stück abgeben würden. Denn so ein Kindertag in Deutschland wär schön!



So das sind die Ereignisse des Aprils. Bisher ist alles noch ruhig, doch die Sanduhr kennt keine Gnade... die Zeit verinnt, wie Sand und es müssen noch viele Dinge geplant werden.
Also verabschiede mich und hoffe, dass euch Text und Bilder gefallen :)

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