Seiten

Dienstag, 30. September 2014

Karibisches Flair in Kolumbien


Ich bin wieder zurück von meiner kurzen Reise an die kolumbianischen Atlantikküste und bin immer noch sehr beeindruckt über die Vielfältigkeit Kolumbiens.
Zunächst ging es nach Santa Marta weiter nördlich, wo wir allerdings echtes Pech mit dem Wetter hatten. Es hat monsunartig geregnet, was die Straßen unter Wasser gesetzt hat, sodass diese zu Flüssen wurden. Wir sind trotzdem nach Taganga, einem Strand unweit von Santa Marta entfernt und haben dort 2 Stunden verbracht.



Am kommenden Tag sind wir richtung Parque Tayrona aufgebrochen. Ein wirkliches Highlight muss ich zugeben. Zunächst sind wir mit einem "Alimentador" etwa eine Stunde zum Park gefahren. Dort mussten wir uns registrieren und sehr teure ausländische Eintrittspreise zahlen...aber die haben sich gelohnt. Danach folgte ein Lauf von etwa 1,5h Stunden durch den Dschungel und das bei sehr tropischen Temperaturen. Ich bin sehr ins Schwitzen gekommen und als das Meer endlich in Sicht war, wollte ich auch nur noch reinspringen. So erging es uns aber allen. Es folgten 1,5 sehr schöne und besinnliche Tage in Tayrona, denn es hat sich sehr verlaufen, sodass wir den Strand praktisch für uns allein hatten und das bei klaren Wasser und warmen Temperaturen. Wirklich paradisich! Ich hab es sehr genossen, wenn auch die Nacht in der Hängematte etwas kalt war. Und die Krokodile, die wir später bemerkt haben, auch etwas Angst gemacht haben,...., aber das gehört zur Natur dazu und macht einen Besuch im Parque noch viel erstaunlicher-erstrebenswerter.








Schon bald ging es in unserer elfer Truppe nach Cartagena de las Indias, einer wunderschönen Kolonialstadt. Wir waren alle begeistert von den vielen bunten Häusern mit ihren Balkons, kleinen Gassen, Blumen und einer unvergleichbaren Ruhe. Natürlich ist die Stadt deutlich touristischer und lebt davon, aber es hat uns ausgesprochen gut gefallen. Unter anderen haben wir das Castillo der Stadt besucht, dessen Wallanlage die Stadt umschließt und ein Wahrzeichen der Stadt ist. Von den Spaniern als Festung errichtet, fiel es nur 20 Jahre nach Fertigstellung in die Hände der Kolumbianern, die die Unabhängigkeit erlangten. Der Aufstieg fiel uns schwer, allerdings auch weil wir auf die "Schnapsidee" gekommen sind, bei purer Hitze das Schloss kennenzulernen. Der Ausblick war aber ganz nett.









Am letzten Tag unserer Reise haben wir einen Abstecher auf die Inselgruppe vor Cartagena gemacht, auch bekannt als Islas del Rosario. Es ging früh morgens mit dem Boot, einer sogenannten Lancha, los. Auch wenn das Wetter zunächst bewölkt war, hat es sich doch sehr aufgeklart und wir haben es richtig genossen über das Meer zu schippern. Der erste Stopp war leider eine Enttäuschung, da die Insel kaum Strand hatte und eigentlich nur für eine Hai-und Delfinshow ausgelegt war, was wir widerum nicht sehen wollten.
Der zweite Stopp dafür war umso schöner! Playa Blanca, also weißer Strand hat nicht zu viel versprochen: türkieses Meer, weißer Strand, tropische Hitzer. Einfach nur karibisches Feeling! Wir waren begeistert!





Frischer Fisch, mit Arroz con Coco (Reise mit Kokusnuss), Ensalada, Patacas (Bananenpuffer)



Insgesamt habe ich die kurze Zeit an der Küste sehr genossen und bin wirklich froh, diesen Landstrich Kolumbiens kennengelernt zu haben. Ich bin wirklich begeistert von der Vielfältigkeit dieses Landes und begeister mich immer mehr für Kolumbien. Hoffen wir, dass das so bleibt und ich am Ende ähnliche Gefühle habe, wie beim Abschied aus Bolivien!
Liebe Grüße
Estef

Samstag, 20. September 2014

Gemeinsam mit meinen 8 Millionen Mitbewohnern





Ich habe bemerkt, dass ich bereits länger nichts mehr hochgeladen habe. Es sind durchaus einige Dinge passiert, doch begrenzt sich dies auch auf die Uni. Ich hatte in den letzten 2 Wochen sehr viele Klausuren und Tests, die es zu bewältigen galt. Ab Übermorgen geht es dafür in den Urlaub an die Atlantikküste. Ich freue mich und werde danach definitiv berichten.
Vorab soll es ein paar Bilder aus Bogota geben. Gemeinsam mit Felix bin ich auf einen Aussichtspunkt gestiegen und habe mir die Stadt von oben angeschaut. Daher auch der Titel. Viel Spass dabei und ich lasse bald von mir hören.




Plaza Bolivar





Vor der Kapelle




Aus dem Museo de Oro (Goldmuseum):





Daheim:
Pause der Bauarbeiter

Desfile- wir feiern die kolumbianische Mannschaft

Familienessen!


Freitag, 29. August 2014

In der Stadt des ewigen Fruehlings (Kolumbianische Version)


Anscheinend ziehen mich Staedte mit einem aehnlichen Titel an, denn wie wir uns erinnern, auch Cochabamba hat sich gern als bolivianische Fruehlingsstadt bezeichnet. Aber gut heute soll es sich um Medellin drehen. Die Entscheidung nach Medellin habe ich sehr spontan mit zwei Freundinnen getroffen und haben damit einen Brueckentag genuzt, um uns die zweitgroesste Stadt Kolumbien anzuschauen. Das war echt eine gute Entscheidung, wenn auch sehr spontan und chaotisch teilweise. Ich hatte sehr viel Spass in den drei Tagen und habe sehr positive Eindruecke aus Medellin aber auch Kolumbien mitnehmen koennen. Denn man braucht Bogota nur eine Stunde Fahrzeit verlassen und steht in tropischen Klima, mit Palmen und Bananenstauden. Und es ist deutlich waermer, als das Wettermoloch hier.
Bueno Medellin liegt nur auf knapp 1500 Hoehenmetern und war sehr sehr warm. Wir haben fuer die Hinreise leider 13h gebraucht, statt 8 geplanten. Oh man, also sind wir sehr spaet erst angekommen und sind dann in ein anderes Hostel ausgewichen, weil ersteres leider keinen Platz mehr hatte. Aber gut, dass war die einzig kribbelige Stelle. Danach haben wir uns Medellin angeschaut und das war anlaesslich der vielen Blumen zur Feria de las Flores eine nette Idee. Die Blumenausstellung ist eine der groessten und bekanntesten im ganzen Land und sehr gut besucht. Kolumbien ist anscheinend sehr bekannt fuer seine Vielfaeltigkeit an Blumen und laut meinem Professor aus International Economics auch der groesste Blumenexporteur (Was die Niederlaender dazu sagen?). Insofern war es echt beeindruckend zu sehen, was die Paisas (Einwohner Medellins) alles aus Blumen zaubern koennen. Aber dazu spaeter mehr.
Zunaechst haben wir uns den bekannten Plaza de Botero angeschaut, dieser kolumbianische Kuenstler hat seiner Heimatstadt 24 Skulpturen vermacht. Diese fallen durch runde Koerperformen aus und verteilen sich rund um den gleichnamigen Platz. Wir fanden es super spannend,



Im Hintergrund ein bekanntest Museum in Antioquia



Danach haben wir uns dann auf eigene Faust aufgemacht, denn leider wussten die vielen Polizisten sehr wenig ueber Touristenattraktionen bzw. wie man dort hingelangt. Dabei haben wir diesen futuristischen Platz gefunden, allerdings weiss ich nicht wie er heisst,


Danach sind wir zum Plaza Mayor aufgebrochen, wo anlaesslich zur Feria verschiedene Tierskulpturen ausgetsellt waren. Echt schoen anzusehen. Den Parque Botanico konnten wir uns auch nicht entgehen lassen, denn jeder in Bogota hat uns versichert, dass er sehr sehenswert sei. Also haben wir uns diesen Park auch angeschaut und waren durchaus beeindruckt, denn auch dort gab es wieder viele Blumen zu bewundern,


Ein Guerteltier



Der Botanische Garten.





 Den Abend haben wir dann mit einer klassischen Rumba ausklingen lassen, mit viel Salsa und Merengue im tropischen Medellin.

Am naechsten Tag sind wir raus aus Medellin. Ziel war ein Dorf unweit von Medellin, wo die klassischen Blumenstuehle angefertigt werden, die fuer den grossen Umzug am Sonntag genutzt, dekoriert werden. Nach einer abenteuerlichen Fahrt mit der Metro und Seilbahn, die Gruende warum Medellin definitiv besser organisiert ist als Bogota, sind wir an einem Buspunkt angekommen. Von dort aus sind wir dann in ein Dorf etwa 25 min entfernt, wo bereits viele Staende aufgebaut waren. Wir haben uns die vielen handwerklichen Kunstwerke angeschaut und haben auch gesehen, wie besagte Stuehle gebaut wurden,




Diese Video kann euch einen Eindruck geben,



Spaeter sind wir dann ein wenig ins Dorf gelaufen und haben aus Zufall eine kleine Farm entdeckt, wo ein Bauer gerade dabei war zwei Stuehle anzufertigen. Wir haben dann noch ein wenig mit ihm geredet und er hat uns berichtet, dass er die Tradition von seinem Vater uebernommen hat und jedes Jahr bei dem Umzug der Silleteros mitwirkt. Bezahlt wird er dafuer nicht, aber das macht ihm nichts aus. Er sei ein Mann der Tradition.


Danach sind wir noch ein wenig rumgeschlendert und haben mit den Menschen geredet. Spaeter ging es dann zurueck in die Metropole. Abends haben wir uns fuer ein Konzert entschieden, ohne zu wissen was genau uns erwarten wuerde. Dabei sind wir bei den grossen Finale des Trova gelandet. Trova ist ein spontaner Sprechgesang und sehr sehr typisch fuer die Region. Was zunaechst sehr befremdlich wirkte hat sich als sehr nett und erfrischend herausgestellt. Die Saenger haben ein Thema bekommen und musste spontan darauf einen Text dichten.
Ich hab da mal wieder ein Video, (ich weiss, das klingt befremdlich, aber um einen Eindruck zu bekommen)



Den grossen Umzug am Sonntag haben wir leider verpasst, denn der einzige freie Bus nach Bogota fuhr sehr frueh morgens ab. Aber ich muss sagen, dass Medellin eine wirklich schoene Stadt ist. Sicherlich hat auch sie ihre haesslichen Seiten, allerdings merkt man den Fortschritt und die Moderne in dieser Metropole. Ich fand es sehr schoen dort und haben die kurze Reise sehr genossen.
Damit verabschiede ich mich
Estef

Montag, 18. August 2014

Tejo- ein kolumbianischer Nationalsport

Vor einigen Wochen habe ich mich im kolumbianischen Nationalsport versucht- gar nicht mal so unerfolgreich. Deshalb moechte ich euch gern mehr ueber diesen ungewoehnlichen Sport mitteilen, der mich zwar zunaechst etwas verwundert hat, aber mindestens genauso viel Spass bereitet hat.
Mein Reisefuehrer bietet dazu eine Beschreibung:

"Jede gute Bar Boyacas (Department Kolumbiens) besitzt eine tejo-Bahn. Sie ist knapp 20m lang und etwa 2m breit. Vorn und hinten stehen jeweils schraeg angekippte Bretter, auf denen ein mit Lehn oder Ton gefuellter Holzrahmen lehnt. In den Lehm werden dreieckige mechas gepresst: kleine, mit Schiesspulver gefuellte Zielscheiben. Die beiden gegeneinander spielenden Teams werfen den tejo, ein etwa 2 kg schweres, puckartiges Eisenstueck, immer abwechselnd von einer Seite auf die andere- mit dem Ziel, eine mecha zu treffen, und zwar so, dass sie explodiert. Knallt es, bekommt die Mannschaft einen Punkt. Man spielt aehnlich wie beim Tischtennis bis zu 21 Punkten. Zwischen den Runden wird froehlich angestossen.
Der Sport soll im Turmeque erfunden worden sein und wurde schon in alten Zeiten von Indianern, die dabei chicha (Maisalkohol) tranken, mit Stoecken und Steinen spielten. Seit dem jahr 2000 ist tejo offizieller Nationalsport Kolumbiens. " (Bruckner, Ingolf (2010): Kolumbien, Reise Know-how-Verlag, Bielefeld. S. 225)

Ich weiss, dass das alles sehr abstrakt klingt. Zunaechst war ich auch verwirrt, aber es macht sehr viel Spass. Besonders wenn man es schafft, seinen tejo ueberhaupt in den Holzrahmen zu werfen. Mir ist das am Ende gelungen, inklusive Explosion- da habe ich mich schon sehr gut gefreut.
Es gibt viele Videos im Internet, ich habe eins auf englisch ausgewaehlt, um den Text zu visualisieren.



Feliz Cumpleaños, wieder auf suedamerikanischen Boden

Mit Magarita aus Venezuela und Anita meiner Dueña


Ach, da habe ich mich doch sehr gefreut, als ich abends eine Torte und ein kolumbianischen Staendchen bekommen habe. Meine Mitbewohnerinenn aus Venezuela haben mir naemlich eine gekauft und mir damit eine grosse Freude gemacht.
Insgesamt kann ich sagen, dass ich meinen Geburtstag sehr nett verbrachte habe, auch wenn ich am besagten Tag den ganzen Tag in der Uni war. Neben vielen Nachrichten aus Deutschland haben auch hier mich viele beglueckwuenscht! Alles in allem konnte ich so gut in ein neues Lebensjahr starten und hoffe, dass es so erfolgreich weitergeht.

Mit meinen Gaesten gab es ein grosses Essen
Ich habe lange Zeit nichts mehr hochgeladen.. mein Computer hat den Geist aufgegeben und ist derzeit in Reparatur. Hoffentlich bald wieder einsatzbereit, damit ich Fotos aus Medellin und von der Universitaet hochladen kann. Nicht nur meinen Geburtstag habe ich gut verbracht, an sich geht es mir derzeit auch sehr gut hier und ich fuehle mich immer mehr angekommen/heimisch. Und das obwohl Bogota einfach nur riesengross und unuebersichtlich ist, aber bueno. Die meisten Rolos (Einwohner Bogotas) haben noch nicht jede Ecke/Barrio ihrer Stadt kennengelernt und mir bleibt ja noch ein wenig Zeit.
Bald kommt dann ein wenig mehr zu Medellin und den Erfahrungen dort. Ein kleiner Vorgeschmack :)



Medellin, ein Tal der Groesse Berlins