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Sonntag, 29. Januar 2012

Querbeet durchs Land

„Lange nichts mehr gehört?Dafür gibt’s nun die ausführliche Entschuldigung!“

Viel gibt es zu berichten, denn die letzten zwei Monate waren sehr ereignisreich.

Wie wichtig die Weihnachtsvorbereitungen in Bolivien sind, hatte ich ja im letzten Artikel schon dargestellt. Mitte Dezember folgte dann der Höhepunkt mit dem großen Weihnachtsfest in Tiquipaya. Schon einige Tage vorher habe ich mit zwei lieben Kolleginnen angefangen die Geschenkpakete fertigzustellen. Das bedeutet fast 600 Geschenke einzupacken und zwar für jedes der 100 Kinder in Tiquipaya. Wir Mama Noeles haben aber alles gegeben und unseren Auftrag erfüllt. 


An einem Sonntag wurde dann Weihnachten gefeiert! Mit der Unterstützung der Universität „NUR“, die mit Clowns und einem Animationsprogramm für Stimmung sorgten. Es wurde getanzt und viel gelacht. Kleine Wettbewerbe und Spiele haben zusätzlich für Spannung gesorgt. Ich habe an diesem Tag nur glückliche Gesichter gesehen, was mich sichtlich erfreut hat. Daneben haben auch viele Eltern teilgenommen und ihre Kinder begleitet. Als Höhepunkt gab es dann die Geschenkpakete für die Kinder. Für mich war es ein wirklich schönes Fest und ich denke, dass es vielen Kindern ebenfalls sehr gefallen hat. Gerade für die, die kein Weihnachtsfest mit ihrer Familie haben, war es ein sehr schöner Ersatz.
"Zeigt uns, was ihr bekommen habt"



Mit dem Weihnachtsfest in Tiquipaya hat dann auch das Jahr in Tiquipaya geendet und die Sommerferien angefangen. Erfreulicherweise für mich, habe ich Besuch von meinem Vater bekommen, der Bolivien und mein Leben hier gern besser kennenlernen wollte. Also startet eine zweiwöchige Tour durch Bolivien. Dabei haben wir Sucre, die weiße Hauptstadt, besucht. Sind von dort aus aufgebrochen in den Süden und zum Salar de Uyuni. Glücklicherweise hat es zu dieser Zeit nicht geregnet, denn sonst wäre der Salzsee nicht passierbar gewesen.
(da ich bereits in einem älteren Artikel darüber berichtet habe, lassen wir nähere Beschreibungen zum Salzsee aus)
Die weiße Recoleta-Kirche in Sucre    


Am Salar
Vom Salar ging es dann nach La Paz und zum Titicacasee. Das Andenmeer hat mich wirklich beeindruckt. Die Bolivianer sind sehr stolz auf das einzige Gewässer, was ihnen geblieben ist, denn bis heute wird der Verlust des Meerzugangs von 1884 sehr bedauert. Jedes Jahr wird hier der Tag des Meeres gefeiert und die Rückeroberung gefordert (dafür leistet man sich auch eine Marine!).
Als sind wir zum höchstgelegenden See der Welt aufgebrochen. Eine 3 stündige Reise durch den Altiplano und verschieden Dörfer. Einmal übersetzen mit dem Boot und dann waren wir schon in Copacabana, unserem Zielort. Copacabana hat nicht nur eine wunderschöne Kapelle, in der die schwarze Madonna, die Schutzpatronin des Titicacasees, steht, sondern eignet sich auch ausgezeichnet für Ausflüge zur Isla del Sol. Bevor wir aber zur Sonneninsel aufgebrochen sind, haben wir einen Ausflug auf einen Berg gemacht um das Horca del Inca zu besichtigen. Das Horca del Inca war ein wichtiges astronomisches Observatorium, um die Tag-und Nachtgleiche der jeweiligen Jahreszeit anzupassen. Der Berg gilt daher als heilig und viele Einwohner bringen jedes Jahr Opfergaben und Presente, um Gott dafür zu danken.
Vom Berg hat man zugleich aber auch eine wunderschöne Sicht auf Copacabana und den Titicacasee. 

Die Kapelle mit der schwarzen Madonna

Die Kerzenkapelle

Copacabana

Copacabana & d. Titicacasee

Das Horca del Inca


 Am nächsten Tag ging es dann früh morgens mit dem Boot zur Isla del Sol. Gemeinsam mit einem Guide haben wir die Nordspitze erkundet und vor allem die schöne Landschaft genossen. Danach ging es dann in den Süden der Insel. Und die Sonneninsel hat ihrem Namen auch alle Ehre gemacht. Der Weg mit dem Boot war sehr beschwerlich, da viel Regen und hoher Wellengang die Fahrt verlangsamt haben. Doch kaum waren wir an der Nordspitze ausgestiegen, erstrahlte die Sonne und wärmte uns auf! Die Lektion kam dann leider am Abend, als uns ein dicker Sonnenbrand gezeigt hat, dass die Sonne bei 4300m super gefährlich sein kann.
Auf der Isla del Sol

Nach 3 Tagen Andenmeer ging es für die Weihnachtsfeiertage wieder zurück nach La Paz. Dort haben wir dann zusammen Weihnachten verbracht. Was uns jedoch sehr verwundert hat, war das bunte Treiben zur später Stunde an Heilig Abend. Menschenmassen haben sich durch die Einkaufsstraßen geschoben und alle Plazas voll. Wir haben das zunächst gar nicht verstanden, denn eigentlich bedeutet Weihnachten das Beisammensein in der Familie. Die „Noche buena“ beginnt hier aber erst um 23h, sodass viele die Zeit davor nutzen, um Geschenke zu kaufen oder Zeit mit ihren Freunden zu verbringen. Danach fahren sie dann zu ihren Familien, wo gemeinsam gegessen wird und danach dann die Geschenke ausgepackt werden. Viele gehen davor auch noch in die Kirche, wo Kinder und Erwachsene das Krippenspiel aufführen.
Alles in allem muss ich schon sagen, dass sich das bolivianische Weihnachtsfest nicht allzu sehr von dem deutschen unterscheidet. Schließlich haben wir einen ähnlichen religiösen Hintergrund und die Spanier haben ebenfalls viele europäische Traditionen mitgebracht.
 
Bevor es dann auf die Heimreise nach Cochabamba ging, haben wir uns noch Tiwanaku, einen Ruinenstätte der Tiwanaku-Urkultur, angeschaut.Doch leider hat uns die Ruinenstätte, die sogar als UNESCO-Weltkurturerbe ausgezeichnet ist, sehr enttäuscht. Man kann kaum etwas erkennen und so bleiben viele Steinformationen ohne besondere Bedeutung. Nur 2 Staturen und das Sonnentor waren wirklich sehenswert und interessant. Ansonsten kann man den Besuch leider nicht empfehlen.


Ponce-Monolith
Das Sonnentor
Wenige Tage später habe ich mich dann von meinem Vater verabschieden müssen, der wieder zurück nach Deutschland geflogen ist. Doch meine Reise ging gleich weiter, nämlich nach Sucre, wo ich gemeinsame mit meinem Mit-Freiwilligen ins neue Jahr gefeiert habe. Es war eine schöne Feier und es tat auch wirklich gut so viele nach vielen Monaten wiederzusehen.

Im Anschluss ans neue Jahr, sind wir dann zu unserem Seminar nach Potosi aufgebrochen.




Etwa eine Stunde von der Stadt entfernt, in einem kleinen Örtchen namens Tarapaya, haben wir also eine Woche unsere gegenwärtige Situation reflektiert und uns mit den anderen Freiwilligen ausgetauscht. Besonders letzteres fand ich unglaublich sinnvoll und angenehm. Zu erfahren, wie es den anderen ergangen ist und wie sie zur Zeit leben und in ihrem Projekt arbeiten. Daneben sind auch einen Tage nach Potosi gefahren und haben eine Minentour in den Cerro Rico gemacht, den reichen Berg der Stadt. Diesem Berg verdankte Potosi einst den Ruf, als reichste Stadt der Welt! Über 60.000 Tonnen Silber wurden in 3.Jahrhunderten abgebaut, doch der Preis dafür war sehr hoch. Die unbarmherzigen Arbeitsbedingungen haben hunderten Menschen das Leben gekostet, weshalb die Indigenen den Cerro Rico auch als „Eingang zur Hölle“ nennen.
Heute ist der Berg weitgehend ausgebeutet und gleicht einem schweizer Käse. Nur wenige versuchen ihr Glück mit waghalsigen Sprengungen, um noch etwas zu finden.

Der Cerro Rico


Der Diabolo- Schutzpatron der Minenarbeiter
Mit diesem Vorwissen war es ein sehr beklemmendes Gefühl in den Berg zu steigen. Natürlich hat man uns vorher spezielle Kleidung gegeben, es musste „eingekauft“ werden, denn als Eintritt dienen Geschenke für die Minenarbeiter (Dynamit,Alkohol,Coca,Zigaretten). Danach haben wir dann den dunklen Berg betreten. Auf dem Kopf einen Helm mit einer kleinen Leuchte, die den Weg kaum ausgeleuchtet hat. Auf unserem Weg in den Berg sind uns immer wieder Minenarbeiter begegnet. Von 14-30 Jahren ist hier das Durchschnittsalter, die Arbeit anstrengend und viele sterben in jungen Jahren an Staublungen.
Ich fand den Besuch unglaublich spannend, auch wenn er mich an meine persönlichen Grenzen gebracht hat. Unvorstellbar, wie so viele Menschen hier arbeiten und ihr Leben lassen. Der Besuch hat sich auf jeden Fall sehr gelohnt.
Der Innehof des Casa de las Monedas
 
Am Nachmittag war ich dann noch im Museum „Casa de las Monedas“, welches die Geschichte rund um den Berg erzählt und gleichzeitig auch zeigt, wie bedeutungsvoll Potosi einmal war. Das Silber aus dem Berg wurde noch an Ort und Stelle zu Münzen verarbeitet und über Argentinien und das Meer nach Europa und Asien gebracht. In die ganze Welt lieferte die kleine Stadt Silber und andere Metalle.
Da ist es wirklich traurig, wenn man Potosi heute sieht. Die Stadt ist verfallen, vom alten Glanz kaum noch etwas zu sehen und viele Leute ziehen in andere Städte, weil sie keine Perspektive mehr sehen.

Das Ojo del Inca
Am Sonntag des Seminars haben wir dann die Lagune von Tarapaya besucht. Dem sogenannten Ojo del Inca wird eine heilende Wirkung nachgesagt, sodass nicht nur viele Touristen, sondern auch Einheimische kommen, um in dem ehemaligen Vulkankrater zu baden. Das Wasser ist unglaublich warm, doch muss man wirklich aufpassen, dass man sich nur am Rand aufhält, wegen der gefährlichen Wasserstrudel.
Nach einer Woche war dann unserer Seminar vorbei und alles sind in verschiedene Richtungen aufgebrochen. Für mich sollte es auf eine super schöne Reise nach Argentinien und Chile gehen, doch darüber möchte ich bald ausführlich in einem weiteren Artikel berichten.
Esteffy

Donnerstag, 8. Dezember 2011

Feliz Navidad


Der Dezember bricht so langsam an und somit neigt sich auch das Jahr für Warmi so langsam zum Ende.
Doch davor wird natürlich noch Weihnachten gefeiert, eines der wohl wichtigsten Feste für die Bolivianer. Schon bevor überhaupt der erste Dezember angefangen hatte, wurden hier schon fleißig die Dekoration gebastelt. Am 1.Dezember haben wir dann den Weihnachtsbaum aufgestellt und geschmückt. Nun fragt man sich vielleicht: Wieso denn schon so früh?
Weihnachten wir hier im Projekt bereits am 11./16.12 gefeiert. Die Zeit bis dahin soll für die Kinder sehr schön und harmonisch werden, denn leider ist das traditionelle Familienfest nicht für alle Kinder hier Standard. Ebenfalls bekommen einige keine Geschenke zu Weihnachten, sodass das Weihnachtsfest meine Projektes wohl das einzige für viele sein wird. Daher der Aufwand und die Mühe!
Was darf auf keinen Fall für eine Weihnachtsfest fehlen, Kekse! Deshalb habe ich in den letzten zwei Wochen bestimmt 1000 Kekse gebacken mit den Kindern. Von Buttergebäck bis Vanillekipfel, trotz Zutatenmangel, habe ich doch versucht etwas deutsche Tradition auch dieses Jahr mitzubringen. Den Kindern hat es sichtlich Spaß gemacht, auch wenn es teilweise echt anstregend war.
Zudem haben wir angefangen die ganzen Weihnachtsgeschenke zu verpacken. Ein Aufwand, aber dafür erscheinen die Geschenke doch echt schön und werden den Kindern mit Sicherheit gefallen.


Neben den Weihnachtsvorbereitungen gab es in meiner Gastfamilie mal wieder einige Feste. Nicht nur Geburtstage wurden groß gefeiert, sondern auch die Taufe meines Neffen. Die bolivianischen Feste bedeuten immer tanzen!  Also wurde mir erstmal beigebracht, wie ich denn zu tanzen habe und zu bewegen. Daneben waren traditioneller Weise auch eine Gruppe Mariachies hier und haben gesungen und Musik gemacht. ein Highligth der vielen Hightlights aus Bolivien !
Ich freue mich auf das kommende Jahr und was mich so erwarten wird und verabschiede mich jetzt erstmal in meinen Weihnachtsurlaub.


Alles Liebe, eine frohe und besinnliche Zeit


Steffi

Samstag, 26. November 2011

Bailamos Saya!


Ich möchte an dieser Stelle ganz kurz von meiner kleinen Tanzexkursion erzählen.
Schon bevor ich überhaupt in Bolivien angekommen bin, hatte ich mir fest vorgenommen hier zu tanzen. Im November hat sich nun einen Möglichkeit aufgetan, diesen Plan auch in die Tat umzusetzen. Gemeinsam mit zwei Freundinnen ging es zu den Unterrichtsstunden des Afro-bolivianischen Saya. Zunächst hatte ich überhaupt keine Idee, was Saya überhaupt ist.
Saya ist der Afro-Bolivianische Tanz aus den Yungas, der für viele der schönste Tanz jeder Entrada ist. Typisch auf Trommeln und eigenen Instrumenten wird der Rhythmus gespielt, zudem die Männer dann Singen. Die Frauen tanzen dazu, aber sehr schlicht werden die Hüften bewegt.
Eine Woche intensives Training bedurfte es, bevor ich dann mit der Tanztruppe bei der Entrada in Sacaba (einem Vorort) mittanzen kann. Sogenannte Entradas sind meistens anlässlich bestimmter Feste, wie das Fest einer Jungfrau oder Heiligen.Verschiedene Tanztruppen treten auf und zeigen die Vielfalt des bolivianischen Tanzes. Nun gehörte ich auch dazu!
Durch den großen Andrang von Tanztruppen mussten wir 4 Stunden warten, bevor wir überhaupt loslegen konnten. Zunächst gab es ein paar Koordinationsschwierigkeiten, die sich aber schnell gelöst haben und es ging los. Durch die kleinen Straßen Sacabas haben wir getanzt und gelacht und der Menge unseren Tanz gezeigt.


Die Musiker und Sänger




Es war ein unglaublich schöne Stimmung, da die Leute zu unserer Musik mitgetanzt haben und teilweise einfach mit uns mitgezogen sind. Ein richtiges Volksfest, was es in dieser Form nicht in Deutschland gibt.
Mit haben die 2 Tage Tanzen super viel Spaß gemacht und ich freue mich, wenn ich nächstes Jahr wieder die Möglichkeit haben sollte Saya zu tanzen, denn es wirklich einer der emotionalsten Tänze.

                                "Quienes somos?
                                   Sayas somos!"




Mit Hut und Tuch, wie es sich gehört

Saludos
Steffi (bzw. auch Alemania genannt!)

Dienstag, 22. November 2011

Roadtrip Bolivia I.


Ein Reise durch Bolivien, die ist lustig, die ist schön,......aber eigentlich auch immer aufregend und unvorhersehbar.


Ende Oktober bin ich gemeinsam mit meinen beiden Mitfreiwilligen zu unserer ersten großen Reise aufgebrochen, denn nach zwei Monaten Cochabamba wollten wir einmal etwas neues entdecken. Also ging es zunächst nach Sucre. Wobei auch dieses Mal, es Probleme gab, denn in Oruro und Potosi war mal wieder Streik angesagt und für uns leider keine Plätze mehr nach Sucre in der Flotte. Also ging es am nächsten Tag mit einer einfachn Flotta nach Sucre. Deren Fahrtüchtigkeit so sehr auf dei Probe gestellt wurde, dass uns final der Reifen geplatzt ist. Aber, alles ist gut ausgegangen und wir sind nach 11 Stunden Fahrt auch irgendwann am Ziel angekommen.
Sucre ist einer schöne Stadt und verdientermaßen die Hauptstadt. Andererseits hat es aber nicht viel von dem Großstadtfeeling La Paz und ist eher überschaubar. "Klein, aber fein", dieser Spruch passt perfekt. Die vielen weißen Gebäude machn Sucre sehr charmant und attraktiv für Touristen. Diese sieht man an jeder Straßenecke.
Impressionen:
Plaza Principal



La Plaza

Mit der lieben Anne :)

Aber neben Sightseeing haben wir auch unsere lieben Mitfreiwilligen vor Ort besucht und dürften die Gastfreundschaft von Lena genießen.
Doch dabei sollte es nicht bleiben. Am Freitag haben wir nämlich unsere Reise zum Salar de Uyuni angefangen.
Glücklicherweise hatten wir Yelson, unseren bolivianischen Guide und Organisator! Somit mussten wir uns eigentlich um nichts kümmern, was in Anbetracht der kurzen Zeit eine wirkliche Hilfe war.
Also von Sucre nach Potosi und das auf einigermaßen angenehmer Strecke, welch ein Traum. Doch zu unserem Pech hatte unsere Flotta nicht nur Verspätung, sondern hat uns auch mitten in Potosi rausgeschmissen. Yelson hat uns dann ein Taxi der etwas anderen Klasse besorgt, nämlich die Ladefläche eines Kleintransporters.Also mit Sack und Pack zu 10 hinten drauf und los ging es durch Potosi. Die Bewohner haben nicht schlecht geguckt, als sie den Transporter samt Touri-Ladung gesehen haben. Aber Bolivia-Living! Ich fands super. Leider hat das aber alles nichts daran geändert, dass wir die Anschlussflotta nach Uyuni verpasst haben. Gut, kann man nichts machen! Also haben wir die Zeit genutzt und haben uns Potosi angeschaut. Wirklich beeindruckend ist Potosi wirklich nicht. Dunkel, wenig Menschen, trist: das waren meine ersten Eindrücke. Zum Nachmittag hin musste ich mich dann allerdings korrigieren, denn als die Sonne hervorkam, kamen plötzlich auch mehr Menschen auf die Straße und die Stadt zeigte ihren Glanz.


Eine andere Art von Taxi...



Wenn man ihn scuht, dann findet man ihn! Den ehemaligen Glanz von Potosi


Am Abend haben wir dann endlich unsere Flotta nach Uyuni bekommen. Doch mich erwartete eine furchtbare Fahr bei der nicht an ausruhen zu denken war... Schotterpiste und schlechte Sitzplätze sind keine gute Kombination. Am Ende sind wir total kaputt in Uyuni angekommen und wollten nur noch ins Bett.

Neuer Tag: Und los ging die Tour! In zwei Jeeps ging es zunächst zu einem Eisenbahnfriedhof, der vielleicht nicht das Highlight der Tour war, dafür aber super zum Kletten und Erkunden.

Zugfriedhof




Nach gut einer Stunde ging es weiter. Einen kurzen Abstecher in ein kleines Touristendörfchen und dann waren wir in der riesigen Salzwüste! So etwas beeindruckendes habe ich noch lange nicht gesehen. Schier grenzenlos und super weiß, wie Schnee. Und das aus purem Salz.
Sonnenbrille und Sonnenmilch sind unverzichtbar und so sind wir mit unserem Jeep an verschiedenen Stationen gewesen. Dabei haben wir die Salzaugen und verschiedene Salzhotels besucht, bis es dann schließlich zur Isla del Pescado ging.

Salzberge

:)
Die Isla Pescado ist einer der vielen Inseln im Salzsee, doch fällt sie durch ihren Kakteenen-Bewuchs heraus. Mitten im Salz steigen wir also an einem Ort aus, der eher in eine Wüste passt, als in eine Salzmeer.Nach unserem Mittagessen, dass unsere Jeepfahrer uns liebevoll serviert hat (Lama-Fleisch!) haben wir uns in der prallen Sonne aufgemacht die Insel zu erkunden:

Kakteen

Lamas
Nach mindestens 2 Stunden Erkundung waren wir super geschafft und sind weiter. Neben einen schönen Sonnenuntergang mitten im Salar (mit Blick auf die chilenischen Berge), sollte es in unsere erste Unterkunft gehen: eine typischen Salzhotel! Betten aus Salz, Fußboden Salz und praktisch alle Möbel aus Salz. Neben einem leckeren Abendessen, haben wir nachts noch die Sterne unter einem super klaren Himmel bewundert und Sternschnuppen gezählt. Ach...

Am nächsten Tag ging es dann weiter: Neben diversen Lagunen, Wüste und anderen Naturschauspielen.
So viele Eindrücke und Impressionen, die ich kaum in Worte fassen kann. Ich habe in diesen drei Tagen eine unglaublich schöne Tour erlebt. Mit einigen Pannen (Reifenproblemen und Motorschaden), einem ungeplanten Auffenthalt in der Wüste, frei-lebenden Flamengos,Vulkanen, Lagunen in allen möglichen Farben... also eine Salar ist nicht nur lustig, sondern auch wunderschön.



Divertido
Wüste

Die Lagune an den heißen Quellen

Lagunen

Geysire



La Laguna roja

Mittwoch, 2. November 2011

Warmi,Warmi,Warmi

Mit "meinen" Wauwaus (Kindern)

Nun, wie versprochen möchte ich an dieser Stelle gern über meine Projektstelle berichten und was ich denn so schönes in Bolivien mache!
Wie bereits gesagt, bin ich jetzt in Cochabamba und arbeite in dem Projekt "Centro Integral Warmi".

Die Jungs
"Warmi bedeutet auf Quechua (Sprache der Eingeborenen in Cochabamba) „Frau“ und ist ursprünglich eine Seifenfabrik, die 1982 gegründet wurde. „Warmi gibt Frauen mit indigenem Hintergrund eine Möglichkeit, ihrer Familie den Lebensunterhalt zu sichern und unabhängig von ihren Ehemännern Geld zu verdienen“ so die Gründerin und Chefin Elena de Jiménez. Daneben brauchte man  seit der Gründung auch eine Betreuung für die Kinder der Arbeiterinnen, woraus die Idee der Kindertagesstätte entstand. Dieses Angebot wurde so gut angenommen, dass auch außerhalb der Gemeinde von Warmi die Frage nach einem vergleichbaren Ort für Kinder aufkam. Warmi weitete sich also aus und war von da an auch Anlaufstelle für die Kinder aus den umliegenden Vierteln. „Die Mission Warmi´s ist es, den Kindern und ihren Eltern Schutzräume für die individuelle Entwicklung zu geben und zu helfen“ so Elena de Jiménez. Nicht nur eine Hausaufgabenbetreuung und das tägliche Bereitstellen einer warmen Mahlzeit gehören zu dem Programm des Centros, auch um die medizinische Versorgung und eine Alkohol-und Drogenprävention kümmert man sich. Dabei stehen die Mitarbeiter von Warmi auch in einem engen Kontakt zu den Familien der Kinder und machen gelegentlich auch Hausbesuche, um bei Themen wie Sauberkeit, Nahrungsmittelversorgung und dem Familienleben zu beraten. Für weniger als 1€ werden die Kinder täglich von ausgebildeten Sozialpädagogen, Psychologen, Arbeiterinnen und Freiwilligen betreut. Als Nicht-Regierungsorganisation ist Warmi allein auf Spenden aus dem Ausland angewiesen. Einen sehr wichtigen Teil macht daher die Partnerschaft mit der Katholischen Frauengemeinschaft Hildesheim (kfd) aus, die das Projekt schon seit 25 Jahre unterstützt. Durch den Freiwilligendienst meiner Entsendeorganisation,  der Diözesanstelle Weltkirche des Bistums Hildesheim,  ist es zudem möglich einen Freiwilligendienst dort zu absolvieren und dem „Integrierten Zentrum“ zu helfen. Im Hauptprojekt bedeutet das Arbeit mit etwa 130 Kindern im Alter von 0-18 Jahren, die in verschiedenen Räumlichkeiten und Gruppen betreut werden. Darüberhinaus gibt es seit 2010 auch eine Außenstelle in dem Vorort Tiquipaya, der den noch ärmeren Kindern und ihren Elternhäusern eine Betreuung und Förderung bietet. Warmi engagiert sich vielfältig und unterstützt auch weitere Projekte in Cochabamba."

Draußen

Gemeinsam mit Larissa bin ich zwei Tage die Woche im Hauptprojekt in Pacata und arbeite mit den Vorschülern zusammen. In einer Gruppe von etwa 25 Kindern spielen und arbeiten wir mit den Kindern. Dabei wird jeden Tag ein anderer "Taller"gemacht. Mittags helfe ich bei der Essensausgabe und muss gelegentlich auch füttern. Am Nachmittag gehen wir eigentlich immer raus und spielen im Sandkasten, bis es dann noch eine Mediender gibt. Eine sogenannte Zwischenmahlzeit, die dann alle Kinder gemütlich im Kreis essen. Danach wird nochmal gespielt bis es um 16h dann Teesito gibt. Meistens mit selbstgemachten Brot, dass die Köchinnen machen. Super Sache!

An den andere drei Tagen der Woche bin ich in Tiquipaya einem Vorort von Cochabamba und helfe da mit. Ich muss sagen, dass es echt eine ganz andere Art ist dort zu arbeiten. Eine total ländliche Umgebung und Kinder, die zur Schule gehen. Dort bin ich also immer der Profe und helfe bei den Hausaufgaben und anderen Freizeitaktivitäten.Heißt im Endeffekt: Fußballspielen, denn das lieben die Kinder hier einfach!
Fútbol
Campo

Ansonsten merke ich gerade in Tiquipaya, wie sehr Warmi sich auch außerhalb engagiert. Gemeinsam mit meiner Chefin habe ich schon einige Hausbesuche gemacht, die mich teilweise echt geschockt haben. Kleine Hütten(die mit 8Leuten und Haustieren bewohnt werden), Kochstellen draußen und keine Elektrizität. Andererseits sind die Kinder aber auch sehr dankbar für alles und total lernwillig ("Kannst du mir das auf deutsch beibringen?").
Mit der Zahnärztin

Daneben gehen wir mit einigen Kindern ins Krankenhaus oder Zahnärzte besuchen uns und kontrollieren die Gesundheit von den Kindern. Also mir gefällt es total, denn man merkt wirklich wie wir den Kindern helfen und auch vielen Eltern, die über ein bisschen "Nachhilfe" ebenfalls dankbar sind. Im November beginnen auch schon die Ferien, deshalb machen wir bald auch einige Ausflüge mit den Kindern bzw. müssen Weihnachten planen. Also ich bin echt zufrieden mit meiner Arbeit bei Warmi! Ich habe eine Vielfalt an Aufgaben und Kindern, mit denen ich arbeite und jeder Tag ist irgendwie anders.




Edson
Geburtstag von der Profe
Also ich hoffe, dass das einen kleinen Einblick gegeben hat, womit ich mich mind. 8 Stunden am Tag beschäftige.
Viele liebe Grüße

Esteffy