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Mittwoch, 12. Oktober 2011

Von Cochabambinos und Tipnis

So mein erster Monat in Cochabamba liegt nun hinter mir und es wird Zeit, dass ich einmal kurz berichte, was im Moment so passiert ist.


Am 7.September bin ich abends vom Busbahnhof abgeholt worden, von meiner zukünftigen Chefin plus Sohn und Enkel. Dann ging es gleich zu meiner Gastfamilie, die überrascht, aber total offen war und mich herzlich begrüßt hat und alles gezeigt hat. Im Gegensatz zu La Paz bin ich hier bei einer riesigen Familie untergekommen und wohne bei einem alten Ehepaar, das super viele Kinder, Enkel, Nichten und Onkel hat. Eine typische Großfamilie!
Die ersten Tage hieß es Eingewöhnen, denn Cochabamba ist etwas anderes als La Paz. Viel ebener und auch wärmer. Gleichzeitig haben wir auch schon mal ins Projekt schnuppern können, von dem ich aber gern später noch einmal ganz ausführlich berichten möchte. Nur so viel, ich arbeite in einer Kindertagesstätte, die sich Centro Integral Warmi, nennt. Zur Zeit arbeite ich mit Vorschülern zusammen und bin doch recht zufrieden mit meinem neuen Job!





Besonders markant für Cochabamba ist der Christo, der hoch über Stadt steht und die beschützt. Ein Wochenende sind wir mit unserem Besuch aus La Paz hochgedüst und haben uns die Stadt einmal von oben angeguckt. Was für ein Ausblick!Wirklich beeindruckend :)

Der Blick von oben auf die Laguna Alalay




Aus der Statur heraus
Zudem hatten wir auch das Glück.dass wir auch in die Statur reinkonnten, die man hochklettern kann. Das war vielleicht eine Aktion, denn die Sicherheitsstandards waren wirklich niedrig und durch meine Höhenangst wurde alles noch etwas gefährlicher. Aber ich war oben und habe nun die Stadt auch aus dem Christo heraus gesehen
Cochabambina
.
Ansonsten muss ich sagen, dass ich den Monat zum Einleben gebraucht habe und um hier einen Alltag zu finden. So langsam wirken die Avenidas nicht alle so gleich und ich weiß auch so langsam, wo ich was zu kaufen habe. Gleichzeitig mache ich auch viel mit meiner Familie. Dieses Wochenende haben wir zum Beispiel den Geburtstag meiner kleinen Gastschwester Aylen gefeiert. Jeder Geburtstag ist hier ein Fest und somit waren mehr als 80 Familienmitglieder eingeladen. Es hab eine Menge Essen und Kuchen: nicht zu vergessen Geschenke! Wenn der Kindergeburtstag in Duetschland schon was großes ist, dass wird er hier noch übertroffen, denn die Vorbereitungen haben rund eine Woche gedauert
Die traditionelle Punata

Kindergeburstag: Aylen mit ihrer Familie





Mit meiner lieben Gastschwester/mama, bei einer Baby-shower

Eine weitere Sache, die mich im Moment sehr bewegt ist die politische Auseinandersetzung über den Bau einer Schnellstraße durch ein Naturschutzgebiet. Die Regierung von Evo Morales möchte diese zwischen San Ignaxio de Moxos (Beni) nach Villa Tunari (Cochabamba) errichten.
Die dort lebenden indigenen Stämme der Yuracaré, Moxeño und Chimán versuchen das mit aller Kraft zu verhindern, denn der Bau der Straße wurde nicht nur das Abholzen von Regenwald bedeuten, sondern den Tieren und allen anderen Bewohnern des Tipnis Gebiets den Lebensraum nehmen. Daher marschieren die Stämme nach La Paz, um der Regierung ihren Widerstand zu demonstrieren.  Dabei kam es zur Eskalation zwischen Regierungsangehörigen und den Demonstranten.
Marcha nach La Paz
Auch in weiteren Teilen des Landes kommt es zurzeit zu Märschen und Sympathiebekundungen für die Tipnis, die gleichzeitig auch den Ausfall vom öffentlichen Verkehr bedeutet haben.
Für mich als deutsche Freiwillige ist es nicht möglich an diesen Märschen teilzunehmen, denn es kann für mich die Ausweisung bedeuten, da die Regierung allen Ausländern unterstellt, diese Märsche mit Geld zu unterstützen. Eine gefährliche Situation, die im Moment doch sehr präsent ist. Ich bin wirklich gespannt, wie und ob sich die Regierung und die Tipnis einigen können. Nächstes Wochenende finden hier in Bolivien Wahlen statt und ich bin echt gespannt auf das Ergebnis.

Plakate für die Demo in Cochabamba

Ich freue mich bald über mehr aus Cochabamba, meine Projekt und dem Leben hier vor Ort berichten zu können. Herzliche Grüße aus dem warmen Cochabamba ins herbstliche Deutschland :)
 

Steffi

Donnerstag, 15. September 2011

Zebras im Grossstadtjungel La Paz

La Paz mit dem Illimani

Der Monat in La Paz hat auch einen zweiten Teil, von dem ich nun gern berichten moechte.
Irgendwie hat sich doch sehr schnell eine Art von Alltag gebildet, der hauptsaechlich aus dem Sprachkurs besteht, der hier mindestens 4 Stunden am Tag dauerte.

Baile
Darueberhinaus war ich bei Tanzveranstaltungen von Schulen oder habe mich hier in Bolivien etwas besser eingelebt.
Besonders vom Essen kann ich teilweise nur schwaermen.. es ist zwar anders, aber soo lecker :) Also freue ich mich schon total auf Cochabamba, denn hier heisst es, dass die Menschen leben um zu essen....
 


Pique de Macchu



Daher diese Erfahrungen aus La Paz:

1) Eine genau Uhrzeit gibt es in La Paz nicht, denn die Uhren verstellen sich hier taeglich. Meine Armbanduhr ist nach zwei Tagen einfach stehen geblieben und nach fuenf weiteren einfach wieder weitergegangen.

2) Jeden Sonntag findet auf dem Prado ( Hauptverkehrsstrasse) ein grossse Strassenfest statt mit einer Menge Verkaufsstaenden, Buehnen und Essensstaenden statt.
Schmuck

3)Demonstrationen gibt es hier jeden Tag und zu jeder Uhrzeit fuer fast jedes Ziel. Dabei ist der Grund meiste weniger erheblich, als dass man eine Menge Laerm veranstalten kann. Schiesspulber, Lautes Schreiben, Pistolen und und und sind deshalb Standard oder es werden Puppen symbolisch mitten auf der Strasse verbrannt.

4) Schoene Plaetze mit vielen Blumen, Pflanzen und Baeumen sind hier die Aussnahme. Angeblich wegen der Hoehe, die fuer Planzen unguenstig ist, aber das widderrum ist ein grosser Vorteil fuer die Allergieker unter uns.

5) In La Paz gibt es Zebras!
Dahinter verstecken sich aber liebe Jugendlich, die als Verkehrslotsen fungieren und den Fussgaenger durch den chaotischen Verkehr weiterhelfen. Man sogar Zebra fuer einen Tag werden!
Steffi mit den Zebras im Grossstadtjungel

6) Der Verkehr ist unglaublich chaotisch und das wird besonders deutlich, wenn ich ihn mit dem cochabambino vergleiche. Die einzige wirkliche Regel: Hup so schnell du kannst! Dann hast du immer Recht und im Vorteil.

7) Als Fussgaenger bedeutet das: Lauf so schnell du kannst, denn sonst setzt du das ein oder andere Mal deine Leben aufs Spiel

8) Die Abgasfilter fehlen gaenzlich, also wir Freiwilligen wundern uns nicht, wenn wir nach dem Jahr eine Staublunge haben.
        
9) Fahrraeder sieht man nur am Dia del peaton! (Tag des Fussgaengers). An diesem Tag sind saemtlich Autos verboten, sodass die La Paz Bewohner ihre Skateboards und Fahrraeder rausholen und die leeren Strassen unsicher machen. Eine unglaubliche Stille und Zufriedenheit herrschte hier an diesem Tag, sodass man ueberlegt, diesen Tag jeden ersten Sonntag in La Paz einzufuehren.
Nichts als Fussgaenger

Die 6.de Agosto mal ganz leer


Nach nun mehr als einem Monat ist meine Zeit in La Paz nun vorbei und es geht nach Cochabamba, in eine neue Stadt und mein Projekt: Warmi :)

Mitten durchs nichts

Den Christo immer im Blick
Das bedeutet, dass ich euch demnaechst von da aus berichten werde.
Viele liebe Gruesse :)
Esteffi

Donnerstag, 25. August 2011

Halbzeit La Paz


Mit Janina
Die Hälfte meiner La Paz Zeit ist nun vorbei und es ist Zeit für einen Bericht, denn in den letzten Wochen ist einiges passiert.

Nachdem wir unsere lieben Mitfreiwilligen verabschiedet haben, ging es gleich los mit Sprachkurs. Ein Glück für mich, dass unsere Lehrerin Isabell nur 10 Minuten von mir entfernt wohnt. Sopocachi( mein Stadtteil) ist einfach ein super Wohnort!! Da ich in der Gruppe mit dem meisten Spanischkenntnissen bin, müssen wir dementsprechend viele und anspruchsvolle Aufgaben lösen. Also jeden Tag 4 Stunden Intensiv-Spanisch, was echt anstrengend ist, aber wir wollen uns ja auch verbessern und die Sprache besser können, denn irgendwie habe ich im Moment noch echte Verständigungsprobleme ( Warum bloß verstehen die mein Spanisch nicht??). Zum Glück gibt es liebe Gastgeschwister, die einem helfen. Larissa und ich waren gemeinsam mit ihrer Gastschwester bei Frisör, was ein echtes Abenteuer war. Zunächst sind wir nämlich zu ihrem Frisör nach Achumani gefahren, was echt außerhalb liegt und 40 Minuten Mini-Bus fahren bedeutet. Doch angekommen, konnten wir gleich wieder umdrehen, denn in Achumani war wegen eines Stromausfalls alles dunkel. Tja, dass ist auch Bolivien und damit muss man leider immer rechnen, auch wenn wir in einer der größten und modernsten  Städte des Landes sind. Also wieder zurück und in Sopocachi gesucht und auch fündig geworden. Für nur 8€ hieß es Waschen, Schneiden, Föhnen auf bolivianische Weise. Echt ein Abenteuer und eine Menge Vertrauen waren von Nöten, aber es hat sich gelohnt.



19.Geburtstag hoch ueber La Paz


Christian
Am Samstag stand dann mein Geburtstag an! Morgens mit Olga, meiner Gastoma, gefrühstückt und dann mit den Ladys in die Stadt, um über La Paz ein wunderschön europäisches Menü zu genießen. Am Abend zuvor hatte ich schon mit ein paar anderen reingefeiert, auf bolivianische Weise. Am Montag gab es dann auch den Kuchen von unserer Sprachlehrerin, was echt niedlich war. Somit bin ich echt gespannt, was mein 20.Lebensjahr in Bolivien alles für mich bedeutet.
Con Sali

Das erste Mal im Kofferraum


Am Montag war ich dann bei Larissa zum Essen eingeladen und durfte dann mal wieder neue kulinarische Höhepunkte der bolivianischen Küche erleben: Quinua in Wasser aufgelöst mit ganz viel Zucker (man könnte es auch Sägespäne in Wasser nennen) und Zimteis mit Empanadas. Super lecker!!! Danach dann zum Teesito noch Kuchen, Kekse, Dulce de Leche… mannoman, hier ist man sehr sehr viel, egal zu welcher Tagzeit.

Valle de la Luna
Die Eintrittspreise fuer Europaeer
Man nennt es nicht umsonst Mondlandschaft


Valle de La Luna con: Larissa, Johanna,Sophie & Luzia
Anden
:)



Am Abend war ich dann noch mit Jonas bei einer Tanzveranstaltung von einer Schule. Traditionelle bolivianische Tänze aus den verschiedenen Orten von den verschiedenen Klassen. War echt eine schöne und vor allem auch niedliche Angelegenheit. Die ganzen Kinder mit ihren Kostümen, aber gleichzeitig auch die Professionalität von einigen Tänzern. Eine schöne Sache.
Traditionelle Kleidung (cochabambino)





Am Sonntag war mal wieder eine große Veranstaltung auf dem Prado (die größte & längste Straße La Paz). Verkaufsstände, Bühnen mit Tänzen/Programm, Informationsstände, Hüpfburgen. Hier gibt es Sonntagmorgens alles und hier ist ein richtiger Auflauf an Leuten. Und das jeden Sonntag!




Montag waren wir an unserem freien Nachmittag noch auf der Saganaga, der Touristenmeile. Hier gibt es super schöne Sachen, wie Taschen, Stoffe, Schmuck, und und und. Daneben gibt es aber auch einige kuriose Dinge, wie Lamaföten, die hier sehr wichtig und heilig sind. Bei jedem Hausbau muss ein solches eingemauert werden. Bei religiösen Festen werden sie aber auch geopfert. 


Taschen, Tuecher, Ketten Saganga
Die besagten Lama-Embryos
                                                 

Noch zwei Wochen Sprachkurs, dann geht es in die Projekte und an die Arbeit. Ich denke, dass der kleine Bericht zumindest grob kurz wiedergibt, was ich bisher so erlebt habe. La Paz ist einfach so groß und vieles an Bolivien so neu, das braucht Zeit!


Alles Liebe und viele liebe Grüße aus Bolivien.

Sonntag, 14. August 2011

La Paz- die erste Woche in Bolivien

Nun nach einer Woche ist es auch an der Zeit ein wenig mehr zu meiner jetztigen Situation zu schreiben.
Ich bin gut angekommen und habe auch meinen weg gefunden mit der Hoehe umzugehen. Aber fangen wir von vorne an:
Mit Hase-Hase und Anne in Brasilien

Anne vor San Francisco

Am Mittwoch Abend ging es von Hannover aus los und ich kann sagen, dass es mir extrem schwer gefallen ist mich von meiner Familie zu verabschieden. Trotzdem war irgendwann der Zeitpunkt gekommen, dass wir 13 Freiwillige unsere Flug-Tirtur begonnen haben. Ueber Zuerich ging es nach Sao Paulo mit Swiss Air. Es folgten 10 Stunden Auffenthalt auf einem so schrecklich langweiligen Flughafen. Vollkommen uebermuedet und kaputt sind wir dann nach Santa Cruz beziehungsweise nach La Paz geflogen. Dier letzten Fluege waren super schnell vorbei. Und dann stand ich Donnerstagabend auf dem Flughafen von El Alto, auf etwa 4000m Hoehe. Super Anstregend fuer den Koerper und es war kaum moeglich meine Koffer vom Band zu nehmen. Viel zu anstregend.. aber dafuer wurden wir mit einem super lieben Empfang entschaedigt. Araceli, alter Voluntarios und Bolivianier haben uns begruesst und uns tatkraeftig geholfen. In einem kleinen Minibus ging es dann mit 16 Mann und ueber 200kg auf dem Dach nach La Paz. Eine wunderschoene Sicht ueber La Paz bei Nacht entschaedigte uns.

Am naechsten Tag haben wir La Paz erkundet, denn wir wohnen ziemlich zentral bei Nonnen von San Francisco. Natuerlich haben wir auch schoen bolivianisch diniert, was drei Gaenge bedeutet und in jeden Fall Fleisch... also Vegetarier haben es hier nicht leicht. Eine wirkliche Fleischkultur, aber dafuer lecker und nicht teuer. Ein Menue wie diese liegt hier bei 25-40 Bolivianos (2,50-4€). Gleiches gilt fuer den oeffentlichen Vekehr, den ich in jedem Fall noch naeher beschreiben werde, denn eine Fahrt egal wie weit kostet 1-1,50Bolis ( 0,10-0,15€). Fuer uns Deutsche ist das echt nichts, aber wenn man sieht wie viel ein Familienvater pro Moant bekommt, dann sieht die Welt gleich anders aus.


Die naechsten Tage hatten wie Seminar beziehungsweise etwas Zeit um La Paz kennenzulernen. Am Samstag wurde ich dann von meiner Gastmutter abgeholt. Tatsaechlich ist es aber eher eine Gastoma namens Olga, deren Familie in Santa Cruz lebt. Que pena! Aber gut, immerhin habe ich bei ihr viele Freiraeume und kann machen, was mir beliebt. Generel bin ich ja auch nur einen Monat in La Paz. Danach geht es endlich nach Cochabamba und in meine Projekt, auf das ich mich schon sehr freue.
An meine ersten Sonntag ging es traditioneller Weise in die Kirche. San Fransisco hat mich einfach ueberschlagen, ganz viel Gold, Heiligenpuppen, riesige Altare, kleine Heiligenpuppen von den Besuchern. Sowas nennt man hier Barock !
Danach sind wir dann in die Saganaga, die Touristen Strasse in La Paz, denn hier in La Paz gibt es komischerweise eine Menge Touristen. Die Saganaga hat aber auch eine Menge zu bieten, ueberall Taschen, Tuecher, Accesoires und und und.. ein wahrer Traum kann ich nur sagen. Ein echt schoener Tag in La Paz. Am naechsten Tag gab es dann eine kleine Abschiedsfeier, denn am Dienstag haben uns die anderen verlassen.  Fiesta Boliviana mit alten Freiwilligen und unseren Vorgaengern. war ein echt schoener Abend, der mit echt super gut gefallen hat. Am naechsten Tag haben wir Franzis Geburtstag gefeiert und abends musste ich mich dann leider von den anderen verabschieden :(
Fiesta ueber La Paz


Am naechsten Tag  hat dann unsere Sprachschule angefangen, was an sich ganz nett ist. Mal sehen, wie es die naechsten Wochen weitergeht.. sowohl mit der Sprache mir Olga und und und.

Tauben, die gibts hier (leider) auch

eine Mini-Cholita

Die "moderne" Cholita

Franzis Geburtstag

Ich kann sagen, dass ich mich hier ganz gut eingelebt habe, Deutschland und die Leute vermisse, aber mich auf das Jahr freue.


Viele liebe Gruessse
Besitos y hasts luego
Stefañia

(Rechtschreibfehler korrogier ich spaeter :)!)