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Freitag, 15. Juni 2012

Festlichkeiten und Dschungel



Ay que frío! (mensch ist das kalt)
Das kommt mir immer öfters über die Lippen, denn der Herbst hat aufgehört und wie steuern auf den bolivianischen Winter zu. Doch der ist ganz anders,als unser deutscher Winter. Morgens und besonders nachts ist es furchtbar kalt. Wie sehr ich mir da doch das Daunenbettdeck wünsche, anstatt drei Wolldecken. Und vorallem einer Heizung, aber gut wir haben die Minustemperaturen noch nicht erreicht, aber das steht uns wohl noch bevor, wenn man den Cochabambinos glauben soll. Am Tag widerrum spinnt Petrus. In der Sonne ist es kaum auszuhalten, so warm wird es. Und durch die besondere Radiation ist ein Sonnebrand schon vorprogrammiert.Wie man sich da bloß anziehen soll? Mal sehen, was mir dann in La Paz bevorsteht.

Aber jetzt mehr zum Mai!
Gleich zu Beginn gab es eine sogenannte "Kermess" von meienm Projekt Warmi. Auf einer Kermess werden Essen,Trinken und andere Kleinigkeiten verkauft. Hauptsächlich um Geld zu bekommen. Daneben war es aber viel mehr auch ein Auftakt auf das große Jubiläum, was Warmi im Herbst zu verzeichnen hat. Nämlich den 30en Geburtstag, der schon jetzt für viel aufregung sorgt. Auf diesem kleinen Fest haben auch die Kinder und Jugendlichen aus dem Projekt gezeigt, was sie tanztechnisch so drauf haben!
Meine kleinen haben als Waka-Waka ihr bestes gegeben und die größeren in der
traditionellen Cholita Tracht Cochabambas. Denn schließlich ist das Tanzen ist eine ganz
wichtige Tradition, die ich allerdings spitzenmäßig finde, denn auch ich habe das
Tanzbein an diesem Tag geschwungen! Meine Saya Gruppe wurde engagiert zu spielen
und da ist es ja ganz selbstverständlich, dass ich dort auch tanze. Wir waren zwar nur in
kleinerer Besetzung da, aber trotzdem hat es allen unglaublich gut gefallen! Einige
Jugendliche meinte danach, dass es das beste am ganzen Tag war und ich werde wohl in
die Warmi-Freiwilligengeschichte eingehen, als einizige Weiße, die mit den



Afrobolivianern und dazu für Warmi getanzt hat. Aber mir macht es Spaß!Viele kamen gleich am Montag und haben erstmal gefragt:“ Hast du gestern getanzt?“ und sogar von den großen gab es großes Lob „Das war der beste Auftritt seit langem“. Da geht mir das Herz auf.
Ich denke, dass es alles in allem eine nette Veranstaltung war, die die „Warmi-Familie“ noch etwas mehr zusammenschweißte.

Die kleinsten als sog. Waka Waka

der traditionelle Tanz Cochabambas-Quequa

Saya

Saya
Eine kleine Abkühlung

Am 20.Mai haben wir dann in Tiquipaya einen Taller de Padres (Elternabend) der ganz besonderen Art gehabt. Diese sogenannten Tallers finden jeden Montag statt und sind zu ganz bestimmten Themen. Dieser Sonntag stand ganz im Zeichen der Familie. Es ging um Themen, wie Hygiene, Liebe und Zuneigung, Vorsorge, etc... Dazu haben die Psychologiefreiwilligen verschiedene Stationen vorbereitet, sodass das ganze eher wie eine Ralley wirkte. Viele Familien waren in voller Besetzung da, was so viel bedeutet, wie Vater,Mutter,1 Kind, 2 Kind, 3 Kind und manches mal auch noch die Großeltern. Ich fand es total schon so eine Innigkeit mitzuerleben, die man eigentlich bei vielen Kindern nicht erwartet. Am Ende gab es auch noch eine Tombula und viele Preise. Also ein schöner Sonntagvormittag.
Danach bin ich noch hoch ins Dorf, denn genau an diesem Sonntag war auch die Feier zu Ehren des Heiligen San Isidro, der Schutzpatron der Bauern und Agronome. Ganz klar, dass man zu diesem Anlass ein großes Fest feiert. Die kleine Dorfkapelle wurde mit Blumen und Kerzen geschmückt und überall waren Opfergaben für San Isidro aufgebaut. Daneben gab es aber auch viele Spiele für die Kinder und Chicha (Mais-Alkohol) für die Erwachsenen. Als traditionelles Gericht wurde „Chicharon“ serviert, ein Fleischmix mit Maiskolben (Moté) und scharfer Soße.Eines der typischen Gerichte aus Cochabamba. Am Nachmittag gab es noch verschiedene Spiele, Wettkämpfe und andere Auftritte, zB. Wurde das beste Ackervieh gekürt, in dem man auf einem leckeren Feld die Tiere hat antreten lassen. Als Prämien gab es Schiebkarren, Sensen und Schaufeln. 


Die ganze Familie

Prämien

Der Altar festlich geschmückt für San Isidro

Der Eingang zur Kapelle
Die Prämien nach dem Viehwettkampf


 Doch dieses Event habe ich nicht mehr miterleben können, da am Nachmittag der große Feier des 1.Geburtstags meines kleinen Gastneffen Samuel anstand. Denn das erste Jahr wird hier, oder in meiner Familie, groß gefeiert. Somit hat meine Gastschwester Natalia, mehr als 70 Gäste eingeladen. Hauptsächlich Familie und Freunde/Bekannte mit Kindern. Die Vorbereitungen haben schon Wochen zuvor angefangen. Denn aus meiner Erfahrung dient so ein Geburtstag hauptsächlich dazu um „mitzuhalten“ und „zeigen zu können, was man hat“. Das mag jetzt sehr hart klingen, aber der kleine ist 1 Jahr alt geworden und den Großteil seiner Feier verschlafen. Als Belustigung gab es einen Clown, der die Kinder 3h beschäftigt hat. Gerade das war für mich sehr komisch, wenn man bedenkt, was und besonders wo ich am Morgen war. Die Kinder haben also gespielt und die Eltern wurden im wahrsten Sinne des Wortes mit Essen „vollgestopft“. Meine Familie hatte wirklich an alles Gedacht! Zunächst gab es Windbeutel (mit extra viel Sahne), Empanadas, Sandwiches, Wackelpudding und nicht zu vergessen die riesige Torte. Dazu noch Coca-Cola, Fanta und Co.! Also eine ganze Menge zu essen. Zum „Abschied“ gab es dann noch für jedes Kind einen kleinen Süßigkeitenbeutel mit Spielsachen und einen Ball. Gut vermutlich sind viele Geburtstage in Deutschland ähnlich pompös, aber die vielen Kontraste machen es so schwierig dies auch so zu sehen. Viele der Kinder mit denen ich zusammenarbeiten bekommen zum Geburtstag noch nicht mal eine Umarmung und hier bekommt ein 1-jähriger eine große Feier, ohne das er sich je daran erinnern wird. Aber so ist das Leben nun mal hier und da man es in Cochabamba liebt groß zu feiern, wird hier jeder Anlass genutzt. Ich habe mal wieder eine interessante Erfahrung gemacht: einen Kindergeburtstag in Bolivien.



Die ganze Familie, samt Clown
Am 27.Mai war dann Muttertag in Bolivien. Eine Feier, die wohl ebenso groß, wie in Deutschland gefeiert wird und für die es jeden Kitsch gibt. Daneben ist dies aber auch der Tag der Heldinnen von Cochabamba (Heroinas de la Coronilla). Man gedenkt ihrer jedes Jahr für ihren Einsatz im Krieg um Cochabamba. Dort haben sich nämlich die Frauen formiert und haben sich gegen die Besatzungsmacht gewehrt. Leider haben sich verloren, doch ihrer wird auch nach 200 Jahren gedacht, denn sie sind die Heldinnen von Cochabamba. Natürlich gibt es auch ein Denkmal, was ich nach 10 Monaten das erste Mal besucht habe. Es steht auf einem kleinen Berg im Zentrum von Cochabamba und bietet einen wunderschöne Sicht auf meine große Stadt. Was man aber auch schön sehen kann, sind die Smogwellen über der Stadt. Ich war doch leicht schockiert über diesen Anblick. Über der ganzen Innenstadt liegt eine Wolke, die sich noch bis in die Vororte zieht. Ein deutliches Zeichen der Umweltverschmutzung, die hier alltäglich ist. Abgasfilter gibt es hier nicht und somit wird die Wolke wohl in den nächsten Jahren noch größer werden. Wie schade für diese wunderschöne grüne Stadt.
Das Waffenaufgebot,...

Smog üb er der Stadt

Das Denkmal

Schneebedeckte Gipfel
Lagunen
Anfang Juni war dann auch schon der Zeitpunkt unseres letzten Seminares da. Dieses haben wir mit einer zwei-tägigen Wanderung begonnen. Der sogenannte Wanderweg Takeshi, der auch einer der 4 Inkawege ist, wurde in Angriff genommen. Zunächst mussten wir 2 Stunden lang bergauf laufen von 4600m bis 4800. Ich habe noch nie etwas so anstregendes erlebt. Mir blieb praktisch die Luft weg, sodass ich kaum 10 Schritte laufen konnte. Dementsprechend dankbar war ich, als dann endlich das Kreuz sich näherte, dass den höchsten Punkt des Berges angab. Von da aus ging es dann runter und immer abwärts. Besonders interessant war der klimatische Wechsel. Wir haben im Altiplano angefangen und sind in den Dschungel gewandert. Vom kargen Land ohne Bäume,Sträucher oder reiche Natur- in den Dschungel. Ich war schon überrascht, als wir dann auf einmal zwischen Bananenstauden standen und vor lauter Bäumen die Berge kaum noch gesehen haben. Beeindruckend. Doch auch wenn es nur 20km waren, war diese Tag super anstrengend. Von der Bergspitze sind wir ungefähr 2000m hinabgestiegen. Besonders das geht in die Knie und Waden und macht die 20 km zu einer wahren Anstrengung. Genächtigt haben wir in einem Privathaus mitten in den Yungas. Dieses Bot eine wunderschöne Sicht auf die Südyungas. Am nächsten Tag ging es mit Muskelkater weiter hinab, denn es fehlten noch knapp 1000m Abstieg. Dieses Mal haben wir Flüsse passiert. Ich war so dankbar, als wir endlich in dem Dorf ankamen, wo das Seminar stattfinden sollte. Yanacachi, ein kleines Dörfchen in den Südyungas. Dabei haben wir über Themen, wie die politische Situation boliviens gesprochen. Ein Thema, was ich anlässlicher der vielen Konflikte unglaublich spannend finde und unbedingt mehr wissen will. Gleichzeitig bedeutete es aber auch den Abschied von vielen anderen Freiwilligen, die ich wohl so schnell nicht mehr wiedersehen werde.
Im Anschluss an das Seminar bin ich noch nach Coroico gefahren und habe dort einen Bekannten besucht. Ich muss sagen, dass mich Coroico ebenso beeindruckt hat, wie Yanacachi und mein Weg bis dahin. Die Yungas sind mit ihrer reichhaltigen Natur einfach super spannend und ganz anders, als die Berge in La Paz oder Cochabamba. Dort wird viel Obst angebaut und ich habe das erste Mal in meinem Leben eine Kaffee Pflanze gesehen.
Das einzige Problem sind die Wege, denn diese schlängeln sich an den Bergen entlang und sind somit super gefährlich. Einen Tag nach meiner Abreise ist „mal wieder“ ein Bus abgestürzt und hat mit sich 40 Jugendliche in den Tod gestürzt. Ein sehr beklemmendes Gefühl, wenn ich überlege, das sich den gleichen Weg weniger Tag zuvor langgefahren bin. Diese Unfälle sind leider keine Seltenheit, denn viele Fahrer fahren sehr verantwortungslos und rasen an den Bergen und engen Straßen entlang.



Die YUNGAS





In Coroico

So ein kurzer Zwischenstand.
Alles liebe ins warme Deutschland
Steffi

Donnerstag, 10. Mai 2012

Zeig mal deine Zähne

Sogar die Mamas lassen sich untersuchen


Zu diesem Thema erschien am 29.04.2012 im Kehrwieder ein Artikel von mir:

Oh wie süß! Zähneputzen in Bolivien:

"Wenn ich diese Aufforderung mal geltend machen würde, was für Zähne würden mir dann entgegenstrahlen? Leider sind es nicht die weißen und gepflegten, sondern Zähne die leiden. Die leiden, weil sie nicht richtig gepflegt werden und dementsprechend auch aussehen. Schon bei den Kleinsten sieht man die Löcher und schwarzen Punkte, die sich über die gesamte Kaufläche erstrecken. Braune Flecken oder ganz verstümmelte Zähne sind schon bei den 2-jährigen zu sehen. Ein wahrer Albtraum, wenn man dann noch die Klagen der Kinder bei Essen hört. „Professora, ich kann das nicht essen, mir tun meine Zähne weh“. Andere Kinder haben regelmäßig Hamsterbacken durch die Entzündungen an ihren Zähnen. Was vielleicht auf den erste Blick ganz niedlich aussieht, hat jedoch einen weniger netten Grund. Und was bereits so früh beginnt, dass geht dann auch weiter, denn die Löcher bleiben und vermehren sich nur noch durch die schlechten Essgewohnheiten. Die Gründe für dieses Problem sind genauso offensichtlich, wie die Schmerzen. Übermäßiger Süßigkeitenverzehr, also Zucker en más, und keinerlei Zahnpflege. Viele Kinder besitzen keine Zahnbürste und falls doch, dann wird diese nicht benutzt. Letzteres ist vor allem Aufgabe der Eltern, die sich jedoch nicht darum kümmern. Schließlich haben auch sie Löcher gehabt und das ist ja kein Problem bei Milchzähnen, schließlich fallen die ja raus. Das die Infektion jedoch bereits durch den Milchzahn auf den Nachfolger übertragen wird, wird übersehen. Und das viele ihre „Zweiten“ genauso wenig pflegen, wie ihre Milchzähne, dass entfällt ebenfalls. Auch die älteren Kinder haben gravierende Löcher und Karies. Und das obwohl diese Zähne permanent bleiben. Mit 11 Jahren können die ersten Zähne schon gezogen werden. Was bleibt dann mit 20 oder 29 Jahren an Zähne? Eigentlich nicht mehr viel. Schaut man sich die Leute vom Campo an, dann sieht man, dass viele mit Mitte 30 kaum noch Zähne haben. Aber das ist ja „normal“.
In meinem Projekt sehen wir das allerdings anders. Die Kinder sollten nicht leiden, nur weil ihre Eltern durch Unwissenheit und Gewohnheit keinen Wert auf die Zahnpflege setzten. Durch eine einmalige Spende von Zahnbürsten ist es uns zur Zeit möglich, dass wir zumindest mit den 1-5-jährigen jeden Tag die Zähne putzen und die Kinder dadurch den richtigen Umgang mit der Zahnbürste erlernen. Denn am Anfang wussten einige Kinder noch nicht einmal, was denn eine Zahnbürste ist, geschweige denn, wozu man diese benutzt. Zunächst haben wir also die kleinen Zähnchen geputzt und den Kleinen Stück für Stück gezeigt, wie sie auch ohne uns machen. Den Kindern macht dieses Ritual überraschenderweise sehr viel Spaß, sodass sie sofort nach dem Mittagessen fragen, ob es denn nun Zeit ist sich die Zähne zu putzen. Das ist eine schöne Bestätigung. Das Putzen hilft um neue Löcher zu verhindern, doch kann es alte Löcher und Karies nicht völlig auslöschen, deshalb arbeiten wir mit Zahnmedizinstudenten zusammen, die in den Härtefällen Löcher stopfen und den Karies wegbohren. Doch aus Materialmangel ist das nur wenigen Kindern vergönnt. Daneben geben die Studenten Aufklärungsunterricht bei Elternabenden, um auf die Gefahren des Übermäßigen Süßigkeitenverzehrs und die Spätfolgen für die Zähne hinzuweisen.Einige haben bereits jetzt schon gehandelt und man sieht, dass sie der Zustand der Zähne verbessert, doch andere sich leider unbelehrlich.
Wie man sieht, setzt meine Projekt viel daran, dass sich die Zahnsituation der Kinder ändert, doch solange Boliviens Eltern nicht einlenken und die zahnmedizinische Versorgung weiterhin so teuer ist, wird das wohl ein harter Weg werden."

Egal, ob draußen oder drinnen..







Das Thema Zahnhygiene begleitet mich bereits seit dem Beginn meines Dienstes und wird bestimmt noch einige Freiwillige beunruhigen. Denn es gibt wirklich nicht schlimmeres, als in den Mund einer 2-jährigen zu gucken und schon in den kleinen Zähnchen schwarze Löcher, abgebrochene Zähne oder braune Streifen zu sehen. Ich hoffe, dass ich vielleicht noch etwas bewegen kann in der kurzen Zeit, die mir hier noch bleibt... und wenn es nur neue Zahnbürsten sind.




Montag, 23. April 2012

Unter dem Stern des Osterhasen


 April April!
Tja jetzt nähern wir uns schon dem bolivianischen Herbst, der sich wirklich nicht viel vom Frühling unterscheidet. An manchen Tagen haben wir pure Hitze und an anderen Tagen ist es kalt und bedeckt. Nur der Regen bleibt aus, was doch sehr angenehm ist. Besonders nachts ist es aber wirklich kalt! Mir macht das um ehrlich zu sein etwas Angst, denn wenn wir uns jetzt erst im Herbst (Otono) befinden, was passiert dann im Winter. Denn Heizungen gibt es hier nicht und ich schlafe jetzt schon mit 3 Wolldecken. Naja da muss dann wohl ein ganz ganz dicker Alpacer Pulli gekauft werden. So viel zum Klima!

Aber nun zu den Ereignissen im April, denn der ist ja leider auch schon wieder halb vorbei. Die Zeit rast :(

Das erste Aprilwochenende war einer der Fußgänger- und somit Autofreien Tage. Da habe ich die Einladung zwei befreundeter Familien doch sehr gerne angenommen einen kleinen Ausflug zu machen. Unser Ziel: Der Christo von Cochabamba! Gut ist keine Neuigkeit mehr für mich, die so gut wie jeden Monat einmal diese Aussicht genießt. Doch dieses Mal gab es keine bequeme Seilbahn, denn schließlich waren alle Mobilitäten für diesen Tag außer Betrieb. Somit sind wir früh morgens aufgebrochen und haben den Berg des Christos von hinten erklommen. Das ist eindeutig ein Weg, der viel anstrengender ist, aber eine wunderschöne Sicht aus Cochabamba bietet! Und als Abenteuerer haben wir uns entschieden wegab den Christo zu erklimmern und sind dann einfach mal querbeetein den Berg hochmaschiert. Welche Anstregung, denn wir mussten uns zuletzt durch die Dornen kämpfen und haben nach dem Weg gesucht. Doch, am Ende sind wir angekommen und konnten die wunderschöne Sicht genießen und unserern erfolg feiern. Zurück ging es dann die 1300 Stufen runter. Ebenfalls eine Tortur, ohne Gelände und bei fast 90°. Naja ich fand den Ausflug schön und neben der sportlichen Betätigung, war es ebenfalls ein lustiger Zeitvertreib.

COCHABAMBA- Ciuidad de Valle


Trepp ab.. sind ja nur 1300

Es folgte die Semana Santa: Also die heilige Woche/Osterwoche. Bei Warmi haben wir nur bie Mittwoch gearbeitet. Hier hat man nämlich Gründonnerstag und Karfreitag frei. Am Gründonnerstag gibt es am Abend ein schöne Ritual. Ein müssen nämlich 12 Kirchen besucht werden. Am 16h füllte sich also prompt das Stadtzentrum und die Kirchen haben ihre Türen geöffnet, die normalerweise verschlossen bleiben. Die Menschen(cochabambinos) strömen los, um sich die 12 Kirchen anzugucken, Auf den Straßen werden neben typischen Gerichten (Api(Glühweinähnlich), Munuelo (Schmalzkuchenähnlich), Arroz con leche (flüssiger Milchreis) und und und). Darüberhinaus konnte man an jeder Ecke die Jesusgeschichte bekommen oder kleinen Palmenkreuze. Also ich fand, dass diese Nacht echt flair hatte, auch wenn der Kirchengang eher ein Massengedränge war. Aber immerhin habe ich so einmal die Katedrale von Cochabamba besuchen können. Ich muss sagen, dass ich die Idee echt schön finde und es einige Leute bestimmt auch wieder an den Sinn des Kirchenlebens erinnert. Also "he pasado muy bien"




Doch langer konnte ich nicht verweilen, denn am Karfreitag bin ich dann zu einer kleinen Reise aufgebrochen. Das Ziel: AIQUILE. Ein mittelgroßes Dorf 5 Std. von Cochabamba entfernt und der Einsatzort von Christian, einem meiner Mitfreiwilligen. Mein Minibus ist dann leider ausgefallen, sodass ich morgens 3 Std. im Kalten saß und auf meinen Bus gewartet habe. Aber ich bin angekommen und das ist in anbetracht der schlechten Strecke wirklich erfreuenswert. Gleich gab es eine kleine Führung durch Aiquile. Der Ort ist zwar nicht super groß, hat aber für meine Verhältnisse, doch alles, was man hier als Freiwilliger so braucht (besonders einen Mercado, wo man frischen Obstsalat essen kann). Danach haben wir uns noch die neue Kirche angeschaut, denn vor wenigern Jahren hat ein starkes Erdbeben den Ort dem Erdboden gleich gemacht. Nur die wichtigen Instutitionen wurden neuerrichtet. Doch an manchen Stellen kann man noch die Risse sehen.
Am nächsten Tag bin ich dann nach Misque aufgebrochen, einem Dorf, was etwas 1 Stunde von Aiquile entfernt liegt. Dort wollte ich das Haus meine bolivianischen Onkels besuchen. Mein Fahrtenglück war aber mal wieder alles andere als super.Ich saß in meinem Taxi, dass durch seine Herkunft aus Japan/China schon keinen guten Eindruck gemacht hat. In meiner Bank, 3 Cholitas. Ihre vielen Taschen im Kofferraum und zwei weiterer Personen vorne. Als wir waren komplett vollbeladen und somit wunderts auch nicht, dass nach 25 Minuten dann der erste Reifen geplatzt ist. Ich war mir sicher, dass ich wohl nicht mehr ankommen werde und im nichts übernachten muss. Diese Befürchtung wurde dann mit dem 2. Reifenplatzter nicht besser. Vor allem,wer nimmt schon zwei Ersatzreifen mit? Aber mein Fahrer hatte wohl eine Vorahnung. Somit hatten wir einen zweiten Reifen und kamen nach 2 Stunden dann auch an. Eine furchtbare Fahrt, zumal die Sprache im Taxi Quechua war. Ich spreche außer "ja" und "nein" kein Wort Quechua, was die Cholitas neben mir aber ganz lustig fanden. Reifenwechseln müsste ich jetzt aber können...
Pacay
Nun gut, zunächst ging es auf die "Feria de Fruta" ein Früchtefest, wo die besten Ernten gezeigt und später prämiert werden. Daneben konnte man aber auch probieren und das war lecker! Pacay,Guayaba,Chirimoya Ich werde euch vermissen. Und wenn man sich jetzt fragt, von was ich da spreche. Selbst wenn ich wollte, dass muss man schon selber probiert haben!



 Zu meinerm Onkel:



Als das sollen Tomaten sein..

Danach habe ich dann DAS HAUS besucht. Ein Traum, ein Traum. Ich war hin und weg, denn ich hatte ja keine Vorstellung von diesem  Haus! Besser gesagt Bauernhof, denn neben Kühen, Stieren,Pferden,Hühnern,Gänsen,Hunden gabe es noch Plantagen voll mit Obst und Früchten. Ich habe meinen Augen nicht getraut. Also so etwas schönes! Dazu gab es dann noch ein leckere Essen von Amalia meiner Gasttante. Ich habe es genossen und am Abend war dann noch das große Dorffest mit Cholita Bands usw. Ich habe es genossen, denn eine Fiesta en el campo ist schon noch etwas anderes.

Cholitas en concert

Mit meiner Cousine Nathalie

Ostersonntag hieß es früh raus für mich und wieder zum Taxistand, denn ich musste ja zurück nach Aiquile.Ebenfalls eine Tour zwischen Choltas eingequetscht und mit einem Platten. Aber wenn ich jetzt darüber nachdenke muss ich schmunzeln und freue mich über die Erfahrung, denn so etwas erlebt man nur in Bolivien! Den Sonntage waren wir dann in der Messe und haben mit seinem Chef gut zu Mittag gegessen. Nachmittag ging dann mein Minibus zurück nach Cochabamba (nach Hause). Dieses Mal ist er auch wirklich gefahren, doch das war auch nicht wirklich angenehm. Durch die Berge, 5cm am Abgrund vorbei und trotzdem mit knapp 100km/h gerast. Ich habe nur noch gebetet. Aber, wie man sieht, ich bin angekommen ! Zum Glück :)

Das war meine kleiner, aber schöne Reise nach Aiquile. Am Ostermontag musste ich dann wieder arbeiten, denn das ist kein freier Tag hier. Seltsamerweise...
Gleichzeitig haben wir aber Oster gefeiert mit den Kindern, was echt nett war. Ich habe das ganze in Tiquipaya unterstützt und dort Osterhase gespielt. Durch das wunderschöne Feld, was man unten ja sieht, hatte ich eine tolle Fläche zum Verstecken.Und die Kids haben vielleicht gesucht. "Profe, wo hast du die Eier versteckt?" Also so manche Bräuche gibt es auch hier auf der anderen Seite des Ozeans. Danach gab es noch einen Film zu dem Thema Ostern und ein ganz leckeres Essen. "Papas a la huancay"- Kartoffeln mit Erdnussoße mit Ei und Käse. Oh, lecker!
Mit dem Turno Tarde haben wir dann noch einmal das Gleiche gemacht und wieder lachende Gesichter und Freude bei gefundenen Eiern! Ja so habe ich Ostern verbracht und ich muss sagen: es war schön!
Auf los gehts los!

Orlando und seine Ausbeute


Die Kinder morgens

"Mhh lecker", stimmts Juan Carlos?


Ein Ereignis folgt dem Nächsten! Denn am 12.April war der Tag des Kindes. Die Kinder werden hier gefeiert, man gibt ihnen Geschenke und Süßigkeiten. Und das schon in der Schule. Wir haben dann auch eine kleine Feier gemacht. Mit kleinen Spielchen, einem leckeren Mittagessen und Kostümwettbewerb. Bei solch einer Veranstaltung kann ich es mir ja nicht nehmen lassen, mich auch zum Hampelmann zu machen. Also habe ich gemeinsam mit anderen getanzt:

Franklin und Joel



Die dritte Generation von Morgen
 Was für ein Spaß! Und den Kindern hat es auch sehr gut gefallen. Danach haben sie noch kleine Tütchen bekommen und die Feier war vorbei. Ich fands schön, auch wenn es einmal wieder etwas bolivianisch übertrieben war, aber das gehört dazu und wenn sie in mancherlei Hinsicht doch nur ein Stück abgeben würden. Denn so ein Kindertag in Deutschland wär schön!



So das sind die Ereignisse des Aprils. Bisher ist alles noch ruhig, doch die Sanduhr kennt keine Gnade... die Zeit verinnt, wie Sand und es müssen noch viele Dinge geplant werden.
Also verabschiede mich und hoffe, dass euch Text und Bilder gefallen :)

Mittwoch, 28. März 2012

Ein bisschen Alltag


So meine Lieben,

wenn ich mir so die letzten Blogeinträge angucke, dann rede ich eigentlich nur die ganze Zeit von meinen Reisen und Unternehmungen, aber recht wenig aus dem Projekt. Hiermit gibts ein wenig mehr aus Warmi zu hören.
Gut, wirklich aufregende oder spektakuläre Dinge sind in den vergangenen Wochen nicht passiert.
Was man so alles mit den Gummy
teilen machen kann...
Der Schulneustart war anfang Februar und damit haben sich auch ein paar Personalwechsel ergeben, doch auch nur Kleinigkeiten. Ich arbeite weiterhin in Pacata und in Tiquipaya und helfe wo ich gebraucht werde. Bei den Vorschülern hat sich allerdings einiges geändert. Gemeinsam mit der neuen Erzieherin bin ich dabei, mehr Förderung aufzubauen.
Soll konkret heißen, dass die Kinder neben dem Spielen auch immer wieder kleine Einheiten machen, um für die Schule besser vorbereitet zu sein. Denn leider ist das in den meisten Fällen überhaupt nicht Fall. Die Kleinen bekommen keine Unterstützung/Förderung von zu Hause und startet dementsprechend auch ohne Vorkenntnisse in den Schulalltag. Viele kommen dann ins Straucheln, und haben Lernschwächen. Diese korrigieren ist wirklich schwierig, was ich aus Erfahrung nur bestätigen kann. Wie bringt man einem 8-jähirgen Kind Lesen, Schreiben und Rechnen bei? Gut an diesen Problemen arbeite ich konkret in Tiquipaya, denn dort ist es wirklich erschreckend, wie wenig mache Kinder können. Und das liegt oftmals nur daran, dass sie von zu Hause aus nicht gefördert werden, die älteren Geschwister die Hausaufgaben machen... Da wunderts auch nicht, dass es viele nicht in die Oberstufe schaffen, sondern sich vorher mit irgendeiner Art von Job aushelfen. Irgendwie ist das alles ein Stück Lebensrealität, die ich vorher in Deutschland nur aus den Medien kannte. Nun kann ich vieles doch ein Stück weit mehr nachvollziehen und spüren, was dahinter steckt.
Ansonsten ist es zZ gerade sehr schön in Tiquipaya, denn durch den vielen Regen in Dezember und Januar ist die Natur gewachsen. Unser Fußballfeld hat sich in eine Weide verwandelt, auf dem man im kniehohen Gras wunderbar tollen kann. Gut, die Kühe und Schafe sind etwas nervig, aber wenn man sich ferhält auch kein Problem. In unserem Vorgarten laufen die Hühner und Schweine lang und die Hunde muss ich in einer regelmäßigkeit wegjagen. Also ein richtiges Landleben in Cochabamba.


Die Bilder aus Tiquipaya:


Fußball mit Kühen 




kaputt, aber glücklich



Bei den Hausaufgaben





Los chicos


Orange